Bentheim Boutique Festival: 2018 wird es wohl nichts…

Foto: Elisabeth vor der Straße

Seit mindestens zwei Jahren wird geplant, zwischenzeitlich wohl auf Eis gelegt und im vergangenen Herbst wurden die Pläne des Niederländers Michele Verhoeven für das „Bentheim Boutique Festival“ durch eine Blixxm-Recherche dann öffentlich.  Im Juli 2018 sollte nach den ambitionierten Planungen und Verlautbarungen das Festival über die Bühne gehen. Daraus wird wohl zunächst einmal nichts.

Bad Bentheim. Wer ist Michele Verhoeven? Ein Frage, die sich auch mit intensiven Internet-Recherchen nicht beantworten lässt. In einer Mail an Blixxm behauptet der Niederländer, dass er alle ihn betreffenden Einträge im Internet habe löschen lassen, um als Privatmann normal weiter leben zu können. Er muss also prominent, aber nicht auf Publicity angewiesen sein. Ein Löschung ist nicht billig – 200.000 Euro sind nach unserer Recherche schnell verbraucht. Falls es zutrifft, steht hinter Verhoeven möglicherweise Kapital, so dass sich solch ein Festival unterschiedlicher Musik-, Kunst- und Darstellungsgenres durchaus als realisierbar betrachten ließe. „Arts & Culture“ – Künste und Kultur – wird das Angebot zusammengefassen. Die Burg, Freilichtbühne, aber auch Areale jenseits der Franzosenschlucht in den ehemaligen Steinbrüchen, sollen die Gäste aufnehmen. Gerade an den Steinbrüchen machte sich schon gleich nach Bekanntwerden der Pläne die Kritik fest. Nicht am Festival als Solchem, sondern hinsichtlich des Naturschutzes. Kritik, die Verhoven gegenüber Blixxm nicht nachvollziehen konnte, zumal er ja „Mitglied in Naturschutzorganisationen sei“. BUND und NABU sahen die Kritik als berechtigt an, da es sich dort um nach Paragraph 30 Bundesnaturschutzgesetz zu schützende Bereiche handele. Dazu müssen diese nicht einmal explizit ausgewiesen sein, um als schützenswert zu gelten.
Die Blixxm-Berichterstattung hat Michele Verhoeven nicht gefallen. Zum Einen, weil überhaupt berichtet wurde, weshalb er mit den Grafschafter Nachrichten inzwischen Exklusivität vereinbarte. Blixxm war zunächst raus, doch von den möglichen Planänderungen auf der Zeitschiene war bisher noch nichts zu hören.  Zum Anderen, weil Dinge aus seiner Sicht falsch dargestellt wurden. „Blixxm hat sich der Fake News schuldig gemacht“, warf er vor. Nun ja, die Organisatoren waren informiert über die Recherchen und eine Anfrage zum Gespräch lag vor, doch sie reagierten nicht. Letztlich unterschieden sich die Ergebnisse der Blixxm-Recherche auch nicht von den Verlautbarungen. Eine Recherche, die belegte, dass das Festival-Vorhaben längst in der Musik-Brache „rum“, also bekannt war und nur vor Ort halt noch nicht. Allerdings auch noch nicht bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und die prüft nun das Vorhaben…
Doch daher rührt nicht allein das „Aus“ für 2018. Der Vorstand der Freilichtbühne hat unlängst die für 2018 und 2019 vereinbarten Terminen zurück genommen. Laut Freilichtbühne können die Organisatoren die Freilichtbühne nutzen, müssen sich nun jedoch nach den Plänen der Freilichtbühne richten, der es um Spielräume für die eigenen Planungen ging. Allerdings sei man im Vorstand der Freilichtbühne über die Nutzung der ehemaligen Steinbrüche auch nicht begeistert, wie im Gespräch mit Blixxm deutlich wurde. Die Kritik an dem Vorhaben in der geplanten Form scheint in der Bentheimer Öffentlichkeit zu wachsen. Kritik, der die Organisatoren nur mit Kommunikation und auch mit Flexibilität begegnen können. Eigentlich.
Möglicherweise gibt es auch noch weitere Gründe für das Scheitern in diesem Jahr. Solch ein Vorhaben ist doch wohl nicht so einfach zu realisieren, auch wenn man über so viel Erfahrung verfügt wie Verhoeven. Zumindest sagt er, dass er sie habe. An der Naturschutzproblematik wird sich vermutlich auch in 2019 nichts geändert haben.Und der Widerstand scheint zu wachsen…

4 Comments

  • Meine Meinung nach ist Ihre Berichtgebung ganz negativ über das vorhaben. Wenn Mann nicht möchte das Bad Bentheim „einschlaft“sollte Mann solche Initiativen unterstützen
    Mit gute absprachen könnte Mann bestimmt auch Lösungen finden um die Natur auf die stellen zu schützen.

    Mann soll die Chancen sehen die für Bentheim entstehen könnten!

    • Sehr geehrter Herr Pieper,
      es gibt einen Unterschied zwischen „negativ“ und „kritisch“. Wir sind kritisch und sehen sehr wohl das Festival als Bereicherung für Bad Bentheim an und haben dies auch schon deutlich gemacht. In Bezug auf die ehemaligen Steinbrüche können unserer Ansicht nach die Absprachen gar nicht so umfassend sein, als dass es dort nicht zu Schädigungen kommen kann. Die einzige Lösung wird wird sein, dort nichts zu unternehmen.
      Mit freundlichen Grüßen
      Albrecht Dennemann

  • Sehr geehrte Herr Dennemann,

    Ich verstehe Ihre sorge, sehe aber die Problemen nicht um das gut im Griff kriegen zu können.
    Mir wundert aber, wenn an der alte Steinbrüch beim „Canyon“ erneut mit großes Material Steinen abgebaut sind war da keine von Bund oder Naturschutz ( Oder bin ich da falsch informiert)…. was ist dann schlimmer?
    Ich hoffe zumindest das eine Lösung gefunden wird und das ganze stattfinden kann.
    Mit freundlichen Grüßen

    • Sehr geehrter Herr Pieper,
      nachdem ich mir noch einmal alles durchgelesen habe, möchte ich noch einmal Ihren Vorwurf des Negativen zurückweisen. Ein Kommentar ist nicht das Gleiche wie eine Berichterstattung.
      Bei den zu schützenden Bereichen geht es nicht um den ehemaligen Steinbruch vor der Freilichtbühne (Canyon) und auch nicht um die Freilichtbühne selbst. Die betreffenden Areale liegen auf der anderen Seite der B 403 (Franzosenschlucht) und dort wurden seit rund 100 Jahren keine Sandsteine mehr gebrochen. Dort ist Natur und Wildnis. Die Bilder in den letzten Artikeln geben die Situation recht gut wider. Die Kritiker sagen: “In den Bereichen kriegt man das nicht gut in den Griff, ohne den Naturraum nachhaltig zu schädigen. Warum meint der Mensch eigentlich, sich jeden Naturraum erschließen zu müssen. Und dazu auch noch nur zum Spaß – um das Überleben kann es dabei ja nicht gehen, oder?“. Es kann ja stattfinden und auch ich denke, dass das Festival ein Gewinn für Bentheim sein kann! – ABER möglicherweise nicht dort!! Es gibt andere Areale im Stadtgebiet, die erheblich weniger sensibel sind!
      Mit freundlichen Grüßen
      Albrecht Dennemann

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