Blühflächen für Insekten und den Dialog

Foto: Privat

Am Dienstag fiel in Berlin der Startschuss für die bundesweite Aktion „Deutschland blüht auf“  der Bewegung „Wir machen Euch satt“. Am Sonnabend warben auch in Lingen und Nordhorn Landwirte auf den Wochenmärkten dafür und suchten den Dialog mit den Verbrauchern.

Berlin/Grafschaft/Emsland. Am 16. Januar 2018 fiel der Startschuss der bundesweiten Aktion „Deutschland blüht auf!“, zu der die Initiative „Wir machen euch satt“ aufgerufen hatte. Im Rahmen der Eröffnungskonferenz in Berlin erläuterten die Initiatoren und Landwirte Nadine Henke, Bernhard Barkmann und Marcus Holtkötter, dass man in diesem Jahr bewusst auf eine Demonstration im Umfeld der Internationalen Grünen Woche verzichtet habe. Im Mittelpunkt der Aktion solle vielmehr der bundesweite Dialog mit den Verbrauchern stehen. „Damit es nicht nur bei Worten bleibt, haben wir Landwirte in ganz Deutschland aufgerufen, in dieser Saison verstärkt Blühflächen auszusäen. Damit wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen, dass den Landwirten der Schutz der Natur besonders am Herzen liegt“, sagte Marcus Holtkötter. Das Motto „Deutschland blüht auf!“ greift bewusst die Diskussion um den Insektenschwund auf, ein viel diskutiertes Thema der letzten Monate in der breiten Öffentlichkeit. „Durch aktives Handeln, etwa durch die Anlage von Blühflächen, können wir Landwirte einen sinnvolleren Beitrag leisten, als wenn wir in Berlin auf die Straße gehen“, ergänzte Bernhard Barkmann.

Landwirte in der Lingener Innenstadt Foto: © Albrecht Dennemann

Der offizielle Beginn der Blüh-Aktion war am vergangenen Sonnabend den 21. Januar. „Wir verstehen dies als Startschuss“, erläuterte Nadine Henke. „Da die Aussaat frühestens im April erfolgen kann, wollen wir im Laufe der kommenden Wochen noch möglichst viele Mitmacher, auch außerhalb der Landwirtschaft, für unsere Aktion hinzugewinnen“. Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz hatten sich 256 Landwirte und Privatleute in die interaktive Aktionskarte (www.wir-machen-euch-satt.de) eingetragen. Mit dabei sind in der Grafschaft Bentheim Lars Kethorn in Neerlage und Johann Hagmann in Gölenkamp. Mit Ständen auf den Wochenmärkten in Nordhorn und Lingen machten die landwirtschaftlichen Kreisvereine (Bauernverband) der Grafschaft und des Emslandes am vergangenen Sonnabend auf diese Aktion aufmerksam. Kontroverse Diskussionen löste in Lingen aber auch der sehr große Trecker aus, den sich die Landwirte als Blickfang ausgesucht hatten. Das mit dem Blickfang funktionierte zwar, löste aber auch Ängste aus, da das Gefährt nahezu eineinhalbgeschossig in die Höhe ragte. Löst solch ein Acker-Bolide bei Landwirten positive Reaktionen aus, so muss dies bei Ottonormalverbrauchern nicht zwingend so sein.
Darüber hinaus sind 34 größere regionale Aktionen, in die Landwirte-Gruppen eingebunden sind, dort vermerkt. Dieser Weg stehe weiterhin für jedermann offen, so die Initiatoren. Die an der Aktion Teilnehmenden sind eingeladen, Fotos ihrer Blühaktion mit dem Hashtag #Deutschlandblühtauf auf Instagram.com/wir.machen.euch.satt zu veröffentlichen.

„Deutschland blüht auf!“ ist eine Initiative der Bewegung „Wir machen euch satt“ (Wmes), die ihren Rückhalt in der Graswurzelbewegung „Frag` doch mal den Landwirt“ findet. Dort stehen inzwischen über 1.000 Landwirte aller Betriebs- und Produktionsrichtungen den Verbrauchern Rede und Antwort. Der Dialog findet schwerpunktmäßig auf der Facebook-Seite der Bewegung (https://www.facebook.com/fragdenlandwirt/) statt. Interessierte können sich gerne an das Organisationsteam von Wmes wenden. Dies sind in diesem Jahr:
• Nadine Henke aus Bruchhausen-Vilsen (04252 /9380198, broksersauen@hotmail.de)
• Marcus Holtkötter aus Altenberge (0171 / 2154325, marcus@holtkoetter-agrar.de)
• Bernhard Barkmann aus Messingen (0151-50749517, info@blogagrar.de)
• Rene Rempt aus Grimmen (0151 / 56965897, rene@wir-machen-euch-satt.de)

1 Comment

  • „Blühflächen für Insekten“ zwischen 12.00 Uhr und 12.05 Uhr!!! Nachdem jahrzehntelang das Ackerrandstreifenprogramm ignoriert wurde (nur ganz,ganz geringe Anerkennung) und der letzte Zentimeter noch umgepflügt wurde, und intensiv bearbeitet und angebaut wurde, sollen jetzt „Mitarbeiter“ auch außerhalb der Landwirtschaft bei einem Rettungsversuch aushelfen und die letzten Insekten retten. Was für eine „Kopfwäsche“ ist da nötig um die Landwirte aus dem Wolkenkuckucksheim herunter zu holen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.