„Das ist Euer Wald“ – Schüttorfer Schulwald wächst

Hartmut Schrap, Silke Schön und Franz Hüsing bei der Vertragsunterzeichnung Foto: © Albrecht Dennemann

Als Gemeinschaftsprojekt, an dem sich alle Schüttorfer Schulen beteiligen können, wurde unlängst der Schüttorfer Schulwald aus der Taufe gehoben, oder besser „gepflanzt“. Lediglich aus terminlichen Gründen etwas später, wurde am Mittwoch nun auch der Vertrag zwischen der Evangelischen Grundschule, der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim und der Stiftung „Zukunft Wald“ unterzeichnet.

Hartmut Schrap, Silke Schoen und Franz Hüsing bei der Vertragsunterzeichnung Foto: © Albrecht Dennemann

Schüttorf. In Vorleistung waren Schülerinnen und Schüler schon vor der Vertragsunterzeichnung gegangen und pflanzten auf der mit einem Schutzzaun versehenen einen Hektar großen Fläche an der Körnerstraße/Bahndamm Stieleichen, Flatterulmen und Erlen. Diese Baumarten sind ausgewählt worden, da sie sich am besten für den feuchten und lehmigen Standort eignen. Aber auch Obstbäume und Büsche sollen dort Platz finden und weiteren Lebensraum für Amphibien, Insekten und Vögel zu bieten.
Die Beteiligung an dem Projekt soll allen Schüttorfer Schulen offen stehen und auch der Wald ist öffentlich. Der Vertrag hat eine Laufzeit von 30 Jahren und soll laut Hartmut Schrap von der Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim (NSGB) auf jeden Fall verlängert werden – ein Generationenvertrag. Die NSGB stellt die Fläche zur Verfügung und finanziell sind die in Braunschweig ansässige Stiftung „Zukunft Wald“ (SZW) und die Bingo-Stiftung beteiligt. Die NSGB und auch die SZW sind gemeinsam mit 58 anderen Organisationen Mitglied im „Natur-Netz Niedersachsen“. Mehr als 50 dieser Schulwälder, unter Beteiligung von 50.000 Schülerinnen und Schülern von 70 Schulen konnten inzwischen in Niedersachsen eingerichtet werden. Ziel ist es, damit junge Menschen für die Umwelt zu sensibilisieren. „Das ist die wichtigste Investition, Kinder für die Umwelt zu begeistern und zu interessieren“, betonte Franz Hüsing, Direktor der SZW bei der Vertragsunterzeichnung mit Hartmut Schrap und der kommissarischen Schulleiterin Silke Schoen. Für die Schule ist das Areal ein sehr willkommener außerschulischer Lernort, an dem aktiv mindestens einmal pro Jahr in Aktionen gearbeitet werden soll. Allerdings auch gelernt – also so fast nebenbei, ohne dass die Kinder merken, dass es Unterricht ist. Ökologische Zusammenhänge, praktische Fähigkeiten, aber auch Wissen über Pflanzen und Tiere werden so ganz nebenbei vermittelt. Welche Bedeutung das Umweltwissen hat, machte Hüsing anhand der aktuellen Weltklimakonferenz in Bonn deutlich: „Bei der Konferenz zanken sich die Menschen um das Klima zu schützen und wir arbeiten nun gemeinsam mit euch ganz praktisch daran das Klima zu verbessern. Die Bäume nehmen CO2 auf und speichern es – das ist gut für das Klima. Die Bäume wurzeln bis zu zwei Meter tief und werden sooooo dick (Hüsing deutete dies mit ausgestreckten Armen an). Die Bäume wachsen so wie ihr auch“.  Und auch in der Schule wächst parallel ein Wald. Allerdings als Gemälde auf einer Wand das nach und nach mit weiteren Bäumen ergänzt werden soll. „Das ist Euer Wald“, betonte Hartmut Schrap und die Kinder freuten sich jubelnd bei der Übergabe des Schildes in der Aula der Schule. Nicht in Reih und Glied wurde gepflanzt, sondern eher wie die Natur es macht: Mal hier und mal da, mal enger und mal weiter. Das sie mit ihren eigenen Kindern später einmal durch den Wald werden können, war möglicherweise noch etwas abstrakt, doch etwas gepflanzt zu haben, dass ihr Leben begleiten wird, das wurde sehr wohl verstanden. Am 18. November soll ein „Familienpflanzaktion“ im Schulwald stattfinden, wozu aber noch gesondert aufgerufen werden soll.

Foto: © Albrecht Dennemann

Vor fünf Jahren wurde die Aktion „Schulwälder gegen Klimawandel“ gestartet. In der Grafschaft gibt es inzwischen schon mehrere. So ist auch der Wacholderhain am Missionsgymnasium in Bardel dieser Aktion zuzurechnen. Die Naturschutzstiftung Grafschaft Bentheim unterstützt vor Ort in der Regel durch Bereitstellung der Flächen. 1200 Hektar hat die NSGB inzwischen in ihrem Besitz, aber nicht allein als Schulwälder, sondern auch als Raum für Biotope, aber auch als landwirtschaftliche Flächen, die für naturschützerische Zwecke als Tauschflächen zur Verfügung stehen.

Foto: © Albrecht Dennemann

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