Die Ekstase war etwas lau

Barbara Ruscher Foto: © Albrecht Dennemann

Mit ihrem Programm „Ekstase ist auch nur eine Phase“ war am Sonnabend die Kölner Kabarettistin Barbara Ruscher im Im Rahmen des „Kultur-Punkt“ im Schüttorfer Komplex zu Gast. Nicht ganz ausverkauft war der Komplex-Saal und das Publikum konnte sich gut unterhalten fühlen – wenn auch etwas Luft nach oben war.

Barbara Ruscher Foto: © Albrecht Dennemann

Schüttorf. Die Liste ihrer Auftritte, auch im Fernsehen ist lang: Unter anderem trat sie im Senftöpfchen, im Unterhaus – Mainzer Forum-Theater, im Pantheon-Theater, im Kulturzentrum Schlachthof, im Renitenztheater, im Neuen Theater Höchst, auf der Landesbühne Hannover, im Apollo, im Kabarett-Theater Die Wühlmäuse, im Schmidt Theater, beim Internationalen Köln Comedy Festival und auch im deutschsprachigen Ausland auf. Preise hat sie eingeheimst und auch einen Roman geschrieben. Bühnenerfahrung, Präsenz und literarische Qualität sollten also stimmen. Kaum auf der Bühne, ging Ruscher auch folgerichtig auf das Publikum zu und lotete die regionalen Animositäten aus. Bentheim/Schüttorf war schnell als Konkurrenzsituation ausgemacht. Schnell leitete sie zum Programm „Ekstase ist nur eine Phase“ über. „In Hannover ist Ekstase ja schon, wenn man seine Frau vor der Hochzeit duzt“, bediente sie regionale Klischees. Und davon kamen noch mehr, also von den Klischees. Männer/Frauen war ein sehr beliebtes und vor allem dann wenn es um sexuelle Anspielungen ging. Doch zuvor ging es an den Grill – „da stehen nur Männer“. Fleisch war ein Thema was sich wiederholte, aber auch überraschte. „Wenn alle Vegetarier würden, wäre es bald vorbei mit Schalke“, eröffnete die Kölnerin eine zutiefst subversive Taktik um das Revier-Derbsy auszuhebeln. Denn der Fleischkonzern Tönnies sei ja Sponsor bei Schalke und wenn der aufgrund des sinkenden Absatzes schließen muss, hat der Gelsenkirchener Club ja kein Geld mehr. Nun ja. Die Nachbarin mit ihrem Porsche Cayenne taucht hin und wieder auf. Immer wieder sich gleich aufbauende Pointen wie: „Dinge die man nicht braucht: Regen, Schnee, Graupel und Carmen Nebel“. Drei, vier Dinge die zueinander passen und dann als Pointe ein gleichlautendes, aber aus der Spur ragendes Wortspiel. Nicht immer zündend.

Barbara Ruscher Foto: © Albrecht Dennemann

Die Klischeeverbraterei war etwas zu intensiv. Die Pointen durch das Schema sehr vorhersehbar, aber mitunter doch überraschend. Und das häufige Verwenden von „Das ist aber scheiße“ in verschiedenen abgewandelten Varianten nervte etwas. Insgesamt inhaltlich nicht sehr tiefgründig, aber durchaus erheiternd. Intensive Lacher im Publikum. Leicht fahrig wirkte Ruscher hier und da, aber immer noch professionell und präsent. Das Thema – Ekstase – verlor sie etwas aus den Augen und wirkte mitunter sehr bemüht. Und dennoch: Gerne wieder, aber dann lieber mit dem Etikett „Comedy“ und nicht „Kabarett“ – sonst wird die Erwartungshaltung zu hoch geschraubt. Dafür war die Ekstase dann doch etwas zu lau.

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