Die Simple Minds erinnern sich… an Schüttorf

Foto: Bernadette Vernim

Fest eingegraben haben sich die „Simple Minds“ im regionalen Bewusstsein durch die Auftritte beim Schüttorf Open Air. Andersherum muss dies nicht zwangsläufig immer so sein. Doch in einem Facebook-Post von gestern auf der offizielle Seite der britischen Band werden auch bei ihnen Erinnerungen wach.

Foto: Bernadette Vernim

Schüttorf/Glasgow. Das 3. Schüttorf Open Air war das erste Open Air auf dem die „Simple Minds“ in ihrer Bandgeschichte spielten, wie sie schreiben. Und das in Deutschland, allerdings nur zehn Meilen von der Niederländischen Grenze. Damals am 5. Juni 1982 „teilten sie sich die Rechnung“ mit Frank Zappa und den „Stray Cats“ – den legendären Auftritt der „Törner Stier Crew“ hatten sie wohl als nicht so bemerkenswert empfunden. Ach ja: „Nightwing“ waren auch noch da, doch von denen hat man schon lange nichts mehr gehört und in Erinnerung dürften sie auch nicht nachhaltig geblieben sein. „Es war sicher das erste Mal, das wir die Erfahrung des Arbeitens auf einer größeren Bühne gefühlt haben, während wir vor Tausenden in einem sonnengetränkten Feld spielten“, hören sich die Erinnerungen doch fast wehmütig und poetisch an.

Plakat Schüttorf Open Air 1982, Entwurf: Hans-Georg Kunz, Münster

Drei besondere Dinge stellen sie noch heraus:
1. „Das Wetter war wirklich prächtig“, und dies sei bei Outdoor-Konzerten für die Simple Minds eine Seltenheit und erinnern sich dabei an einen Auftritt beim „T in the Park“ – es muss dort ziemlich übel gewesen sein.
2. Schwer beeindruckt haben sie offenbar die vielen Nackt-Sonnenbader,  die sich damals von der Bühne aus links an das Vechte-Ufer gesetzt hatten: „Offensichtlich hat das unsere Aufmerksamkeit auf sich gezogen. In Glasgow (ihrer Heimatstadt) würde laut Simple Minds niemand nackt sonnenbaden“.
3. „Wieder einmal schien es uns, als ob wir beim Publikum sehr gut ankamen, obschon uns wahrscheinlich die meisten zuvor nicht gehört hatten und kannten. „Das ließ uns zu dem Schluss kommen, dass das Simple-Minds-Publikum durch das Spielen von Festivals schneller wachsen könnte“.

Für Frank Zappa blieb das Festival als „Swine Lake“ in Erinnerung. Da sich die Leute nicht nur gänzlich nackt der Sonne präsentierten, sondern sich auch im Schlamm wälzten, erklärt sich das „Swine“.  Gut, der „Lake“ ist profaner: Zappa hatte nicht mitbekommen, dass es kein See ist, sondern ein Fluss – wenn auch ein sehr langsam fließender. Das „Zappa ist in lahmer Sack“ von Hans Martin Stier von der „Törner Stier Crew“ klingt in einigen Ohren immer noch nach. Zappa hatte einen sehr divenhaften Auftritt hingelegt und obschon als überragender Musiker gehandelt, hinterließ er einen sehr schwachen Eindruck. Dafür kursierten allerdings schöne Geschichten, wie die, dass er das Hotel wechselte, da ihm die Badewanne zu kurz gewesen sei.
Zwei Jahre später kamen die Simple Minds dann wieder zurück nach Schüttorf und waren sogar Headliner noch vor Joe Cocker, Ulla Meinecke und Band, Marillion, The Cameleons, Chalice und China Crisis. Allerdings war das Wetter da nicht so gut und Nacktbader waren wohl eher eine Seltenheit.

Der Tag danach Foto: Bernadette Vernim
Foto: Bernadette Vernim
Foto: Bernadette Vernim
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