Ein Star zum Anfassen

Dass Nick Howard – „The Voice of Germany“-Gewinner (TVOG) von 2012 – kein abgehobener, sondern ein Star zum Anfassen ist, war einigen Schüttorfern schon vor einem Jahr klar geworden. Mit einem Wohnzimmer-Konzert nahm der Engländer das überwiegend weibliche Publikum für sich ein. Auch am Freitag stellte der 34jährige Pop-Musiker auch diese Qualitäten unter Beweis.

Schüttorf. Etwas wurden die rund 100 Besucher auf die Folter gespannt, galt es doch zwei Support-Acts zu überdauern. Doch die hatten es ebenfalls in sich. Mit Inken Kohla hatte sogar eine Schüttorferin die Chance vor etwas größerem Publikum ihr Können und Talent zu zeigen. Solo und nur mit einer Akustik-Gitarre bewaffnet, sang sich die Schüttorferin mit gecoverten Songs in Singer/Songwriter-Manier in die Gehörgänge. Inken Kohla hat noch nicht das Entertainment  für sich entdeckt, aber ein großes Talent bewies sie schon. Beim Schüttorf Rocks zwischen den Jahren wird sie ebenfalls zu hören sein, allerdings wird sie dort von zwei Musikern am Bass und Cajon begleitet. Im kommenden Jahr möchte sie sich dem Schreiben eigener Songs widmen und ihr Hobby noch weiter intensivieren. Da ist noch etwas zu erwarten.
Jaimi Faulkner war dann ebenfalls Solo mit seinen Songs zu hören, aber auch später bei Nick Howard und seiner Band sprang er bei ein paar Songs mit auf die Bühne. Virtuos an der Gitarre und mit gefühlvolleren Songs sang sich der Australier in die Herzen des, nun ja überwiegend weiblichen Publikums. Er hat wirklich was drauf, was nicht zuletzt daran abzulesen ist, dass Hip-Hop-Produzent Ralf Mayer (Clueso, Fantastische 4, Marc Forster) schon auf ihn aufmerksam wurde. in 2013 postete er ein Cover von CRO’s „Einmal Um Die Welt“, das Mayer wohl sehr gefallen haben dürfte. Auch Faulkner hat sicherlich noch die eine oder andere Sprosse auf der Karriere-Leiter vor sich. Doch auch hier gilt der Spruch von Volker Pispers: “ Nicht alles was im Fernsehen ist, ist gut und nicht alles was gut ist, ist auch im Fernsehen“. Und dies gilt für das gesamt Programm des Freitagabends.Auch wenn eher mainstreamig, bestachen die Band und auch jeder einzelne Musiker durch ausgesprochenes Können. Auch eher den härteren Sounds zugetanere Besucher zollte Respekt.
Howard ist nun die Weiterentwicklung von Kohla und Faulkner. Trotz, oder gerade aufgrund seiner langen Erfahrung als Musiker, konnte ihn das TVOG-Abenteuer nicht abheben lassen. Auch schon im vergangenen Jahr kam Howard sehr sympathisch rüber. Ebenso charmant moderierte der in Brighton geborene Musiker auch im Saal des Komplex. Die jungen Fans drängte es an die Bühnenkante und entzückt Gesichter. Ein Abend der sich mit dem über dreistündigen Programm durchaus gelohnt haben dürfte.
Die Vielfalt hat – vor allem in den vergangenen Monaten – wieder Einzug gehalten ins Komplex. Musikalisch ist das Angebot wieder breiter und bewegt sich auch wieder in den Pop-Bereich hinein, was einem Kulturzentrum in der Provinz sehr gut zu Gesicht steht. Wenn dazu noch derartig hervorragende Leute wie Nick Howard engagiert werden können, macht das auch wieder richtig Spaß.  Gut, das Engagement von Nick Howard geht auf Ronja Bavinck zurück. Die Tochter von Komplex-Techniker Karsten Ochs hatte sich damals um das Wohnzimmer-Konzert beworben. Nich Howard schien es in Schüttorf gefallen zu haben, kam wieder und darf das gerne wiederholen.

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