Einbruch: „Das ungute Gefühl“

Beispielbild Foto: ©Albrecht Dennemann

Nicht erst seit Anfang diesen Jahres wird Schüttorf von einer Reihe von Einbrüchen in Privat- und Gewerbeobjekte heimgesucht. Emotional hinterlässt solch eine Tat bei Bewohnern, aber auch bei Mitarbeitern ein mehr als ungutes Gefühl. Aber auch finanziell kann es „schwierig“ werden, wenn sich Versicherungen nach wiederholten Vorfällen zurückziehen und keine Absicherung mehr bereitstellen.

Schüttorf. So unterschiedlich wie die betroffenen Objekte, so unterschiedlich scheinen die Täter zu sein: Vermehrte, gezielte und schnelle Einbrüche in Geschäfte, aber auch „normale“ Einbrüche, die auf Geld und Wertgegenstände abzielen, sind nicht erst seit ein paar Wochen, seit Mitte Februar in der Vechtestadt zu verzeichnen. Hinzu kommen Einbrüche in Schulen und Kindergärten.  „500 Meter rund um den Kirchturm fallen mir da für die letzten Monate gleich 15 Betroffene und mindestens 25 Einbrüche ein – einige Objekte waren im Jahresverlauf mehrfach betroffen“, äußerte sich ein Versicherer auf Blixxm-Nachfrage. Wenn die eigenen Wohnräume, dies gilt aber auch für Geschäftsräume, aufgebrochen und durchwühlt wurden, betreten die Eigentümer, aber auch die Mitarbeiter die Räume anschließend mit sehr unguten Gefühlen. „Was da emotional ausgelöst wird, davon macht man sich kein Bild – die psychische Belastung ist groß“, so der Versicherer. Ein Juwelier in Nordhorn, gab kürzlich denn auch wiederholte Einbrüche und einen bewaffneten Raubüberfall,  als einen Grund für die Geschäftsübergabe an einen Mitbewerber an – neben der ungeklärten Nachfolge.
Aber auch finanziell kann es weitreichende Folgen haben. Tritt bei einem Versicherten zu häufig der Schadensfall ein, ziehen sich Versicherungen irgendwann zurück. Im Klartext: Der Versicherungsschutz entfällt und auch keine andere Versicherung nimmt den Betroffenen auf. Ohne Versicherungsschutz kann ein weiterer Einbruch das finanzielle Aus für einen Gewerbetreibenden bedeuteten. Deshalb werden einige der Einbrüche zwar der Polizei, aber nicht den Versicherungen gemeldet.
Was ist zu tun?
Alarmanlagen mit akustischem und visuellem Alarm wurden von ein paar Betroffenen installiert. Etwas teurer wird es, wenn die Anlage dann auch noch via Telefon (Handy) aufgeschaltet wird, sodass die Polizei umgehend informiert wird. Auch dies kann schon für einen kleineren Betrieb eine Ausgabe darstellen, die an die Grenze des finanziell Leistbaren führt. Laut Polizeimitteilung von dieser Woche, ist wegen der Einbrüche keine erhöhte Polizeipräsenz angedacht. „Unsere Kollegen halten Augen und Ohren offen, Extra-Streifen wird es noch nicht geben“, so Polizeisprecher Achim van Remmerden. Die Polizei unterhält lediglich tagsüber eine Polizeistation in Schüttorf. Ganztägig besetzt ist hingegen die Polizeistation in Bad Bentheim.
Auch auf der Mitgliederversammlung des Schüttorfer Stadtmarketingvereins „Pluspunkt“, wurde die Einbruchsproblematik kürzlich thematisiert. „Die Sicherung ist Sache jedes Einzelnen – da können wir nichts machen“, wurde als juristische Position in die Diskussion eingebracht. Aber auch der Gedanke an einen Rahmenvertrag mit einem Sicherheitsdienst, wurde besprochen. Die Diskussion dürfte durch die Vorfälle der letzten Wochen und die Zurückhaltung der Polizei neuen Schwung bekommen haben.

:::[Update]:::
In der letzten Nacht (Dienstag auf Mittwoch 13.04.) kam es zu weiteren Einbrüchen und Einbruchsversuchen in der Schüttorfer Innenstadt. In der Steinstraße wurde ein Schuppen aufgebrochen, die Eisdiele, ein Gemeindezentrum und ein Kindergarten waren die nächsten Stationen.

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