Eine große Setlist

Mr. Wilson live @ Black Seven Station, Schüttorfer Musiknacht März 2018 Foto: © Albrecht Dennemann

Aus einer großen gemeinsamen Setlist schienen sich die Bands am Sonnabend bei der 29. Schüttorfer Musiknacht zu bedienen. Lediglich der DJ in der Eierschale, „Easy2Listen“ bei Nickisch und Mr.Wilson im BlackSevenStation hatten auch andere Sounds drauf. Insgesamt war es ruhiger, was möglicherweise auf die Witterung, aber auch auf die Ferien und den Koatscheeter-Marathon der vergangenen Wochen zurückzuführen sein könnte.

G-Sox-Reloaded live @ Kunstwerk, Schüttorfer Musiknacht März 2018 Foto: © Albrecht Dennemann

Schüttorf. Es war schon ziemlich kalt und der Wind verschärfte die herabgesetzte „Wanderlust“ der Musiknacht-Gäste. Bei dem Wetter blieb man dann schon eher dort wo man war – im Warmen. Dennoch wurde der Shuttle-Bus genutzt um zwischen, der Gaststätte Venhaus, Kunstwerk, Hotel-Restaurant Nikisch, Firlefanz, Eierschale, Komplex und BlackSevenStation zu pendeln. Rock-Pop-Cover dominierte diese Musiknacht. Die Setlist bei „Dirty Fingers“ (Venhaus), „Lucky Duck & Phil ze Loud“ (Komplex), „G-Sox-Reloaded“ (Kunstwerk) und „Homefield Four“ (Firlefanz) dürften große Schnittmengen aufgewiesen haben. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Vor allem nicht in der Landscheune der Gaststätte Venhaus, wo dann fast schon traditionell stärker das Tanzbein geschwungen wird. Klassische Rockmusik der 1970er und 1980er Jahre verbindet die Lingener Musiker aus den Bereichen Blues, Rock, Funk und Soul. Mit dabei „Piano Pete“ Budden, der sowohl bei den Schüttorfer, als auch den Bentheimer Musiknächten schon des öfteren zu sehen und zu hören war.
Sehen konnte man „Homefield Four“ im Firlefanz angesichts schummriger Beleuchtung zwar nicht so gut, dafür waren sie dort auch schon das eine oder andere Mal zu hören. Auch hier ein klassisches Rock-Programm, das seine Fans fand. Ebenso sparsam inszeniert waren dann die Nordhorner von „G-Sox-Reloaded“ um den famosen Entertainer Wolfram Hörmeyer. Musikalisch top, präsentierten sie auch ein klassisches Rock-Program, aber mit hohem Unterhaltungswert.

Landscheune Venhaus, Schüttorfer Musiknacht März 2018 Foto: © Albrecht Dennemann

Besser in Szene gesetzt waren da, bedingt durch die professionelle Ausstattung,  die musikalischen Gäste des Komplex, die Band „Lucky Duck & Phil ze Loud“ aus Köln. Ducky Duckstein war in der Vergangenheit mit den „Heartbeats“ schon ein paar Mal in Schüttorf. Eigentlich waren sie nicht für den Set vorgesehen, zumal das Komplex sich immer wieder Blues-, oder Folkbands einlädt und damit das musikalische Programm bereichert. Da die ursprüngliche Band absagen musste, stellte BliXXm-Autor Andreas Bethke den Kontakt zu Duckstein her. Ein gute und qualitativ hochwertige Wahl. Im Anschluss an die diversen Sets der Band startete dann auch im Komplex die Tanzparty mit DJ. Damit punktet bei jeder Musiknacht auch das BlackSevenStation. Doch zuvor hatten die als Multiinstrumentalisten angekündigten „Mr. Wilson“ aus Coesfeld ihren Auftritt. Die Setlist wies viele Songs jüngeren Datums auf und nährte sich aus Grunge, Alternative Rock, Punk und Funk – sehr erfrischend anders!

Easy 2 Listen live @ Nikisch, Schüttorfer Musiknacht März 2018 Foto: Dennemann

Gänzlich anders das Angebot im Hotel-Restaurant Nickisch an der Nordhorner Straße: Mit „Easy2Listen“ gab es chillige Jazz-Standards – eigentlich eher Musik zum Longdrink, oder Wein – weniger zum Bier. Mit Emi Adomakoh am Gesang, Josef Barnickel am Piano, Matthias Wilkens am Saxofon und Martin Voss am Kontrabass sorgten gleich vier Musikprofis aus der Region an diesem Abend für diese musikalische Unterhaltung vom Feinsten. Wilkens ist in der Obergrafschaft kein Unbekannter, agiert er doch auch als Saxophon-Dozent der Musik Akademie Obergrafschaft. Eine breitere musikalische Vielfalt hatte selbstverständlich DJ Malte (Kaß) und das Rem Tec Event Team in der Eierschale zu bieten. Schnell füllte sich die Klein-Kneipe und die Party dauerte an – lange ;-).

 

Landscheune Venhaus, Schüttorfer Musiknacht März 2018 Foto: © Albrecht Dennemann

Der verwöhnte Musikfreund hatte mit der Qualität der Bands sicherlich kein Problem. Dennoch ließ die Vielfalt Wünsche offen. Und nicht nur das. „Mr. Wilson“ boten beispielsweise ein Programm für ein vergleichsweise jüngeres Publikum, das von den anderen Bands so nicht bedient wurde. Dem Publikum gefiel es. Damit war denn auch der Beweis geführt, das auch so etwas gewünscht ist und nicht allein „exotische“ Klänge und Stile die Vielfalt bereichern. Zumal immer bedacht werden sollte, sich zu verändern, damit die Musiknacht auch weiterhin erfolgreich bleibt. Über den Termin lässt sich nun auch vortrefflich streiten. Möglicherweise wäre ein Termin nach Ostern, außerhalb der Koatscheeter-Saison günstiger gewesen. Dass es so abartig kalt war, damit konnten die Organisatoren nun wirklich nicht rechnen. Dennoch ist den beteiligten Location wiederum ein Lob auszusprechen, dafür dass sie das immer wieder auf sich nehmen und damit den Veranstaltungskalender bereichern.

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