[GOSPELCHOR OHNE] Grandioses Konzert mit Deborah Woodson in Nordhorn

Foto: ©Albrecht Dennemann

Alle Plätze mit guter Sicht auf den Altarraum der Alten Kirche in Nordhorn waren am Sonntag besetzt, als der Gospelchor Ohne dort mit Deborah Woodson & The Soulmates auftrat. Das Publikum war begeistert und spendete euphorisch stehenden Applaus.

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Ohne/Nordhorn. Einen besonderen Ruf hat sich der Gospelchor Ohne in den vergangenen Jahren ersungen.  Die Ohne Kirche zu füllen ist schon lange kein Problem mehr für die Sängerinnen und Sänger. Das sie es auch in größeren Räumen schaffen, dafür war das Konzert am Sonntagabend in der Alten Kirche am Markt in Nordhorn der Beleg.
Klever war die Idee des Konzertveranstalters: Man nehme eine in der Region nicht ganz so bekannte Sängerin und such sich einen guten Chor aus der Region. Die Rechnung dürfte aufgegangen sein. Folgerichtig trat dann auch der Gospelchor Ohne als erstes die Bühne im Altarraum. Klassiker aus dem Programm des Chores unter der Leitung von Lucas Günzel standen zunächst auf der Setlist. Günzel hatte vor einem Jahr die Leitung des Chores von seinem Vorgänger Paul Jungeblodt übernommen. Mit diesem Konzert stellte Günzel unter Beweis, dass auch er es versteht die Sängerinnen und Sänger immer wieder aus Neue zu motivieren. Zum letzten Mal war der Pianist Tim Edler mit dabei, der nach Bielefeld zieht und deshalb zukünftig nicht mehr zur Verfügung steht. Diesen Part wird Bodo Wolff von der Musik Akademie Obergrafschaft übernehmen. Herausragend waren wie immer auch die Solisten Jacqueline Postma und im Duett Karin Klinge und Bernd Schröder.
„Amazing Grace“, mit diesem Klassiker stieg die in Deutschland lebende und deutsch sprechende Amerikanerin Deborah Woodson acapella ins Programm ein. Ergänzt durch zwei Keyboarder und eine Sängerin und einen Sänger entfaltete sich in der Folge ein erheblich breiterer Sound. Nicht nur Gospels, auch souliges und Pop präsentierte Woodson. „Kum ba ya my Lord“ , „Hey Man“, aber auch Medleys und ein Song aus „Sister Act“ waren dabei. Nach der Pause sangen dann auch die Ohner wieder mit, was den nachhaltigsten Eindruck bei Publikum hinterließ. „Down by the Riverside“ und vor allem der Jackson-Song „We are the World“ rissen die Zuschauer hin und von den Sitzenbänken – stehender Applaus.

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Woodson weiß zu entertainen und das Publikum mitzunehmen. Mit ihrem Auftritt im Blick, verwunderte es dann schon etwas, dass der Gospelchor Ohne hinsichtlich des Sounds im ersten Part nicht nur leicht untersteuert wurde. Dass Solistin Jacqueline Postma quasi im „Blindflug“ ihre Songs meistern musste war nicht nett. Bei abgenommenen Instrumenten und Mikros, über ein Digital-Pult gesteuert, mit vorherigem Soundcheck – das durfte nicht passieren. Aber auch die Untersteuerung war schon ein latenter Affront. Schließlich waren viele der Gäste nicht allein wegen Deborah Woodson gekommen, sondern wegen des Gospelchores. Auch wenn es in der Musik-Branche so üblich ist die „Support-Bands“ schlechter auszusteuern und zu beleuchten, so war dies an dieser Stelle vollkommen unnötig und unangebracht. Die Begleitmusiker von Woodson waren zudem in roten „kirchlich“ anmutende Gewänder gehüllt – ebenfalls überflüssig. Aber die Show musste stimmen und doch nur ein Wermutstropfen.
Ein Versuch sollte es für den Gospelchor Ohne sein. Es war durchaus gelungen. Verstecken braucht sich der Chor nicht. Bei einem nächsten derartigen Angebot, kann der Chor ruhig wesentlich selbstbewusster auftreten und für sich mehr Einfluss auf Sound und Licht einfordern.

[GALERIE]

1 Comment

  • Bezaubernd schöne Fotos erinnern meine Frau und mich an einen schönen Konzertabend zurück, vielen Dank dafür. Schade jedoch, dass der Herr Musikkritiker sich nicht im Vorfeld ein wenig mit dem Thema Gospel auseinandergesetzt hat und im Artikel einige Dinge einen in meinen Augen unnötig negativen Schwerpunkt erhalten. Ich stelle mir die Frage, ob der Schreiber beim gesamten Konzert anwesend war. Einen „untersteuerten Chor“ – was auch immer das sein mag – haben wir jedenfalls nicht erlebt, sondern ein grandioses und gelungenes Experiment zwischen dem Gospelchor und dem Team von Frau Woodson. Wie auch immer: Pannen passieren. Das Solo der besagten Sängerin kam jedenfalls trotz des scheinbaren Blindflugs gut an. Die Gospelmates wirkten in ihren traditionellen Roben, die übrigens nicht nur im us-amerikanischen Gospel ein wesentlicher Bestandteil der Kultur sind, authentisch und echt. Ich glaube, jeder ist an diesem Abend bereichert und begeistert aus dem Konzert nach Hause gegangen, da ihn die Musik und die Message erreicht hat. Und genau DAS, das will Gospel! Hey Man… – oh, entschuldigen Sie: Amen!

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