Musikalische Explosion in der Küche

Kochkraft durch KMA Foto: ©Albrecht Dennemann

Mit einer Mischung aus „Ideal“, Anette Humpe, Nina Hagen, Neue Deutsche Welle, Dada, Rock, Punk und viel, also richtig viel Spaß brachte die rheinländische (Köln, Düsseldorf, Bonn) Band „Kochkraft durch KMA“ am Sonnabend die  Teestube im Komplex zum Kochen – oder die Küche explodierte. „Neue deutsche Kelle“ nennen sie den Mix. Als Opener fungierten die Lokalmatadoren von „Gilderoy“, die mit ihrem launigen und humorigen Auftritt bestens vorbereitet hatten.

Kochkraft durch KMA Foto: ©Albrecht Dennemann

Schüttorf. Nein, richtig schön war die Musik nicht wirklich. Aber enorm viel Dynamik und Spaß. Die Gitarre derart verzerrt, wie man es auch bei extremeren Punk-Bands kaum hört. Aber das war auch schon das gängigste Instrument. Das Drumset bestand aus einem Quader mit allem darin: Base-Drum, Snare, Tom. Oben ragten wie Tentakeln die Ständer für die Becken heraus.  Zusätzlich lag dort aber noch die Steuerung für den Gesang des Drummers – es klang, als ob er permanent Helium einatmen würde. Sehr hochfrequent.  Keyboard und der Gitarrist bedient parallel ein weiteres Keyboard und Lana Van Da Vla. Unglaublich welchen anarchischen Spaß die Sängerin an ihrem Gesang hat und es ihr zudem grandios gelingt, diesen zu übertragen. Die weiteren Namen MC Gewitter, Pappa Paprika und Beray Habipper,  passen zur Band – alles irgendwie dada, spaßig, gaga.  Die echten Namen sind nun auch nicht so wichtig, aber der musikalische Hintergrund ist durchaus sehr professionell. Der Drummer war schon einmal im Komplex, aber nicht als Musiker, sondern als Techniker des Voice-of-Germany-Gewinners Nick Howard. So entstehen Kontakte – neudeutsch Networking.
Es funktioniert live par excellence – aus der Konserve dürfte es schwierig werden. Es funktionierte aber auch durch die permanente enorme Präsenz von Lana Van Da Vla. Ihr Spaß an ihrem TUn war nicht zu übersehen und man konnte sich dem kaum entziehen. Immer wieder suchte sie den direkten Kontakt und spannte das Publikum mittels Frage-Antwort-Spielen in die Songs ein, ging mit dem Mikro weit ins Publikum und startete eine Polonaise, der sich kaum jemand entziehen konnte. Es ist schwer dieses umfassende Live-Erlebnis zu beschreiben. Die relative Enge der Komplex-Teestube passte hervorragend. Im Saal hätte es sich etwas verloren. Grandios!
Es sind diese wilden, ungeschliffenen und anarchischen Projekte aus denen Neues entstehen kann. Fernab des Mainstreams und des Kommerz. Es werden keine Erwartungshaltungen bedient – außer vielleicht der, einen sehr vergnüglichen Abend zu verbringen – sondern geweckt. Eine geballte Ladung Kreativität und musikalische Energie. Keine Ahnung was daraus wird, aber es war schlicht unglaublich. Bei nächster Gelegenheit unbedingt wieder.  Schön auch, dass sich das Komplex nicht allein Metal, Punk Rock und Oldies widmet, sondern auch gänzlich anderen Formaten eine Chance gibt.

[GALERIE] 

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