Oberschul-Sanierung auf der Zielgeraden

Foto: ©Albrecht Dennemann
Foto: ©Albrecht Dennemann

Nach den Sommerferien wurde im vergangenen Jahr damit begonnen den sogenannten „Blauen Trakt“, das ehemalige Hauptschule-Gebäude, an der Oberschule in Schüttorf zu sanieren. Ein Jahr, also bis zu den kommenden Sommerferien, soll es bis zur Fertigstellung dauern. Mit einer Baustellenbegehung stellte die Samtgemeinde Schüttorf am Dienstag den Zwischenstand des Bauvorhaben vor.

vlnr.: Godehard Otterbeck (Schulleiter), Gerhard Verwold (Kämmerer), Manfred Windhaus (Samtgemeindebürgermeister), Michael Hessling (Bauamt), Martin Middelberg (Architekt)   Foto: ©Albrecht Dennemann
vlnr.: Godehard Otterbeck (Schulleiter), Gerhard Verwold (Kämmerer), Manfred Windhaus (Samtgemeindebürgermeister), Michael Hessling (Bauamt), Martin Middelberg (Architekt)
Foto: ©Albrecht Dennemann

Schüttorf. „Der Bau läuft tadellos“, zeigte sich Architekt Martin Middelberg vom Architekturbüro „Middelberg und Venhaus“ zuversichtlich auch weiterhin den Plan einzuhalten. Mit Kosten in Höhe von knapp 1,5 Millionen Euro ist die Sanierung des 1980 eingeweihten Gebäudes ein „dicker Brocken“ im Haushalt der Samtgemeinde. In den 37 Jahren der Nutzung hatten sich ein paar Schäden ergeben, aber auch die energetische Sanierung und auch der Austausch des Asbest belasteten Außenfassade wurden notwendig. Durch die Zusammenlegung von Haupt- und Realschule zur Oberschule und auch durch die gemeinsame Beschulung von Kindern mit und ohne Handicaps (Inklusion),  ergaben sich zudem geänderte Nutzungsanforderungen.
Inzwischen zeigt sich der Bau schon von außen sichtbar verändert: Statt in Blau, wurde für die Fassade Rot und Grau von anderen Gebäudeteilen der Schule als gestalterisches Element aufgegriffen. Zudem finden sich diese Farben auch im Logo der Samtgemeinde wieder – Stichwort „Corporate Design“. Das Vorhaben wird mit 170.000 Euro nach dem Niedersächsischen Kommunalinvetitionsförderprogramm (KIP) bezuschusst. Zusätzlich konnten 24.000 Euro an Zuwendungen für die Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik aus Mitteln der Nationalen Klimaschuutzinitiative beantragt werden. Das Gros der Kosten wird aus Eigenmitteln und einem zinslosen Kredit aus der Kreisschulbaukasse finanziert. Dieser ist innerhalb von 20 Jahren zurück zu zahlen.

Die Maßnahmen im Einzelnen:
– energetische Sanierung der Außenhülle durch Dämmung der Fassade und Verkleidung mit Fassadentafeln
– energetische Sanierung der Fensteranlagen
– energetische Sanierung der Flachdachflächen
– Erneuerung des Sonnenschutzes
– teilweise Sanierung der Akustikdecken
– Sanierung der Bodenbeläge in den Fachräumen
– teilweise Sanierung der Verdunkelungsanlagen in den Fachräumen
– Einbau von Lüftungsanlagen in den Klassenräumen mit Wärmerückgewinnung
– Einbau von Lüftungsanlagen in den WC-Bereichen
– Erneuerung der Heizflächen/Heizkörper inklusive Rohrnetz
– Erneuerung der Leuchtmittel
– Erneuerung der Einrichtung in den Fachräumen mit geänderter „Medienzufuhr“ über die Decken (Strom, etc) und nicht mehr über den Boden
– Schaffung eines Behinderten WCs
– Sanierung aller WC-Anlagen
– Ertüchtigung der Brandschutztüren
– Schaffung von zwei multifunktionalen Räumen durch Teilung eines Klassenraumes
– Erneuerung der Entwässerungsleitungen
– Optimierung des Datennetzes

vlnr. MArtin Middelberg, Godehard Otterbeck, Hausmeister Andreas Fahrendorf Foto: ©Albrecht Dennemann
vlnr. Martin Middelberg, Godehard Otterbeck, Hausmeister Andreas Fahrendorf Foto: ©Albrecht Dennemann

Mehrere Gestaltungsentwürfe für die Fassade waren ausgefertigt worden, bevor man sich schlussendlich für das Rot mit vier grauen horizontalen Streifen entschied. Bis zu den Herbstferien war allerdings noch nicht allzu viel Veränderung am Gebäude sichtbar. Um die Asbest-Platten der Außenfassade  abzunehmen, hatten die Verantwortlichen die Ferien zur Gefahrenabwehr für die Schüler und Lehrer abgepasst. Ursprünglich war nur daran gedacht die Fenster und den Sonnenschutz auszutauschen und auch die Probleme des Flachdaches zu beheben. Bislang wurde das Wasser innen abgeleitet und Undichtigkeiten traten immer wieder auf. Einige Oberlicht-Fenster lagen auch ungünstig und erfüllten laut Middelberg keine wesentliche Funktion. Diese wurden geschlossen. Auf das Flachdach wurde eine Holzkonstruktion mit Gefälle aufgebaut und mit einer Kunststofffolie gedeckt, sodass das Wasser nun außen am Gebäude abgeleitet wird. Schon in der Planungsphase hatte man die Überlegung angestellt, ob sich dies alles auch wirklich lohne, oder ob nicht doch ein Neubau die günstigere Lösung wäre. Die Kostenschätzung ergab jedoch, dass diese Sanierung nur 40 Prozent der Kosten eines Neubaues betragen würde. „Das Gebäude hat eine solide Substanz und wir können es guten Gewissens erhalten“, bekräftigte Architekt Martin Middelberg beim Ortstermin. Die Treppen und die Böden – außer in den Fachräumen – bleiben unbearbeitet. Die Heizungsanlage musste ebenfalls nicht ausgetauscht werden, da sie noch auf dem Stand der Technik ist. Allerdings werden Heizkörper erneuert und umgesetzt, sodass ein neues Rohrnetz notwendig wurde. Brandschutz sei bei den Maßnahmen ein besonderes Thema gewesen. Gerne hätte die Schule innenliegende Räume multifunktional genutzt, doch aufgrund des Brandschutzes und der Fluchtwege sei dies nicht möglich gewesen. Zwei Fachräume (Biologie und Physik) mit einem Vorbereitungsraum, ein barrierefreier EDV-Raum und sechs Klassenräume beherbergte der Bau bislang. Von den fünf Klassenräumen im Obergeschoss wurde ein Raum geteilt, damit diese als „Lernbüros“ und für kleinere Gruppen im Hinblick auf die Inklusion genutzt werden können. Alle anderen Räume werden nicht verändert. Zur besseren Belüftung wird ein unterstützendes Lüftungssystem eingebaut, das auch ohne das öffnen von Fenstern einen Grundluftwechsel in den Räumen gewährleisten soll. Der Sanitärtrakt wird komplett erneuert.

Foto: ©Albrecht Dennemann
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Bis zum Umbau hatte die Schule ein Lehrer-Raum-Prinzip, so dass die Schüler zu den Lehrern in die Räume kamen und nicht umgekehrt. Mit dem Umbau konnte dies nicht aufrecht erhalten werden und die Schule kehrte zum alten Klassenraumprinzip zurück, um der Raumnot zu begegnen. „Wir Danken den Schülern und Lehrern, dass sie die erheblichen Mehrbelastungen auf sich genommen haben“, sah auch Samtgemeindebürgermeister Manfred Windhaus die sich daraus ergebenden Probleme. Nach der Sanierung wird die Schule laut Schulleiter Godehard Otterbeck auch nicht zum Lehrer-Raum-Prinzip zurückkehren, da sich durch die zunehmende Anzahl an Inklusions-Schülern andere Bedarfe ergeben. Zurzeit sind es 37 Schüler und nach den Sommerferien wird mit 50 Schülern mit einem höheren Förder- und Betreuungsbedarf gerechnet. Derzeit besuchen 620 Schüler die Oberschule. Aufgrund der in den kommenden Jahren anzahlmäßig schwächeren Jahrgänge wird die Schülerzahl leicht abnehmen. So sind die Jahrgänge 6 und 7 noch fünfzügig und der Jahrgang 5 nur noch vierzügig. Anfang Mai stehen die Anmeldungen für das kommende Schuljahr an und Schulleiter Otterbeck rechnet für den neuen fünften Jahrgang ebenfalls mit einer Vierzügigkeit. 60 Lehrer, 13 pädagogische Mitarbeiter, Hausmeister und eine Sekretärin sind an der Oberschule beschäftigt.
Die Schule wurde mit in die Planungen einbezogen und konnte sich nun auch mit dem Wunsch nach neuem Mobiliar durchsetzen. Teilweise sind die Stühle und Tische schon sehr alt und wurden auch aus der inzwischen aufgelösten Orientierungsstufe übernommen.

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