Sagt nachher nicht, ihr hättet es nicht gewusst… ;-)

Ankündigungen sind mitunter so eine Sache. Die Texte sollen einladen und Interesse wecken. Doch ist das immer zu glauben, was PR-Agenturen an Texten bereit stellen? Nun ja, deshalb selber einmal geschaut und solch eine Empfehlung wie für „The Prosecution“ am Sonnabend im Komplex in Schüttorf ist selten auszusprechen.

The Prosecution Foto: © Albrecht Dennemann

Schüttorf/Münster. Vor dem Komplex-Gig sind wir nach Münster gefahren, um uns die Band mal anzusehen. Die Sputnik-Halle in Münster ist keine feine Adresse. Ein altes Industrie-Areal, dem von Künstlern und halt der Sputnik-Halle  postindustrielles Leben eingehaucht wird. Der Sonntagabend war auch nicht der günstigste Konzerttermin. Und dennoch war das Sputnik-Café sehr gut gefüllt – da sollte was gehen. Die Gäste waren auch nicht in die Jahre gekommen und die Bands schon gar nicht. Die Münsteraner „Macsat“ als Support und „The Prosecution“ aus Bayern. „The what“? Nicht Prostitution, sondern PROSECUTION, eine recht junge PunkRock-Band mit Gebläse. SkaCore und andere Beschreibungen kursieren. Allein das Gebläse macht noch keinen Ska, aber ist nah dran.
„Macsat“ fungierte als Lokalmatador und war deshalb auch nicht schlecht. Ein wenig Sax und Key darunter und es funzte. Schnell, dynamisch mit ordentlichem Entertainment und das Publikum war in Feierlaune. Doch bis zu The Prosecution musste es noch dauern. Nicht weil Blixxm sie so lang im Interview bearbeitete, sondern dem Trompeter war sein Instrument herunter gefallen und funktionsuntüchtig. Ersatz musste beschafft werden. Doch dann ging es ab. Mit enorm viel Spaß legten die acht Bayern los. Posaune, Trompete, Sax, zwei Drummer/Percussionisten, Bass, zwei Gitarren und Gesang. Letzterer nicht schmal, sondern mehrstimmig. Gegenseitig „feuerten“ sich Fans und Musiker an und pushten sich hoch. Texte in Englisch, aber mit Inhalt und auch politisch – Say it loud, say it clear, Refugees are welcome here! – und das ist Programm. In ihrer bayrischen Heimat gab es schon länger eine Neo-Nazi-Szene und sie waren halt anders und haben sich diese eher linke politische Haltung bewahrt. Sie engagieren sich auch mit der Band für ProAsyl und unterstützen Schulen aktiv bei ihren Programmen wie „Schule gegen Rassismus“. Dennoch steht der Spaß der Bands ins Gesicht geschrieben und der Schweiß auf der Stirn. Eine Top-Empfehlung und dies nicht nur für PunkRock-Fans, sondern auch für Freunde eines guten und ehrlichen Rocks. Und dabei konnten die Musiker, wie sie im Interview zugaben, anfangs kaum richtig ein Instrument spielen. Das hat sich gewaltig geändert. Aber sagt nachher nicht, ihr hättet es nicht gewusst 😉

The Prosecution – Support: Spin my Fate
Sonnabend 11. November 2017 20 Uhr
Eintritt:
VVK: 9,50 Euro
Jugend- und Kulturzentrum Komplex
Mauerstraße
Schüttorf
Tickets

 

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