Steinzeitliche Artefakte in Samern entdeckt

Archäologische Prospektierung in Samern Foto: © Albrecht Dennemann

Nicht unerwartet wurden bei Probe-Baggerarbeiten (Prospektionen) im Zuge der Erweiterung der 380-KV-Leitung in Samern steinzeitliche Artefakte entdeckt. Auf der Fläche an der Ecke Salzbergener Straße/Lütke Brook in Richtung Salzbergen, fanden sich bislang ein steinzeitliches Klingenfragment und ein Mikrolith aus Feuerstein. Weitere Untersuchungen sollen folgen.

Archäologische Prospektierung in Samern Foto: © Albrecht Dennemann

Samern. In der zum 900jährigen Jubiläum der Gemeinde Samern erschienen Chronik, beschreibt Autor Bernd Rasink die ur- und frühgeschichtlichen Fundstellen in Samern. In der Nähe des Hofes Rötterink an der Salzbergener Straße war demnach bereits 1941 ein Grabhügel untersucht und auch eine steinzeitliche Jagdstation war in der Nähe gefunden worden. Weitere Graghügel in der Grafschft seien laut Hubert Titz vom Landkreis im Laufe der Geschichte geschliffen worden, um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Somit überraschte der Fund der vergangenen Woche nicht wirklich. Insgesamt dürfte dies nun die 20. Fundstelle solcher Spuren der Vergangenheit in Samern sein.

Archäologische Prospektierung in Samern Foto: © Albrecht Dennemann

Auf der Fläche sollen im kommenden Jahr Masten für die Erweiterung der 380-KV-Trasse errichtet werden. In langen, baggerschaufelbreiten Gräben wurde der Mutterboden abgetragen, wobei die Funde zu Tage traten. Auf der anderen Seite der Straße Lütke Brook wird zurzeit ein Umspannwerk errichtet, um dort zukünftig Strom einzuspeisen, oder auch zu entnehmen. Auf Blixxm-Nachfrage erklärte Jonas Koop vom Bauträger „Amprion“ am Freitag, dass die Untersuchungen weiter gingen, aber keine verzögernden Wirkungen auf das Bauvorhaben hätten. Diese Voruntersuchungen seien normal und würden laut Hubert Titz bei zu erwartenden Befunden im Rahmen der Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange durch die Untere Denkmalschutzbehörde veranlasst.

Baustelle Umspannwerk in Samern Foto: © Albrecht Dennemann

Die Salzberger Straße ist ein sehr alter Handelsweg, weshalb es auch nicht verwundert hätte dort Siedlungsspuren zu finden. Frühgeschichtlich wären das beispielsweise, wie in Sudddendorf,  Lagerplätze frühzeitlicher Jäger. Nicht zu erwarten dürfte sein, dass die Geschichte der Gemeinde Samern neu geschrieben werden muss. Klar war auch bislang schon, dass vor über 5000 Jahren schon Menschen  – wenn auch nur vorübergehend – in Samern lebten. Die beiden Funde passen in das Bild der bereits vorhandenen Fundstellen und ergänzen lediglich. Doch die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen. Bei weiteren Funden (Artefakte), oder sogar auf Siedlungen verweisende Befunde (Pfahlreste), dürfte aber der Fertigstellungstermin der 380-KV-Leitung im kommenden Frühjahr laut Koop nicht in Frage gestellt werden.
Die Sameraner Chronik ist inzwischen wieder verfügbar und kann bei Bürgermeister Marco Beernink erworben werden.

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