Überaus gelungene Froschkönig-Premiere

Foto: ©Albrecht Dennemann
Foto: ©Albrecht Dennemann

Voll war es am Sonntagnachmittag im Theater der Obergrafschaft in Schüttorf. Sowohl vor, als auch auf der der Bühne, bei der überaus gelungenen Premiere des „Froschkönigs“, dem Wintermärchen der Freilichtspiele Bad Bentheim. Wunderbar, fast üppig kostümiert zeigten die Darsteller, dass sie nicht nur die große Bühne, sondern auch die vergleichsweise kleine Bühne des Schüttorfer Theaters bespielen können.

Foto: ©Albrecht Dennemann
Foto: ©Albrecht Dennemann

Bad Bentheim. Muss man eigentlich erzählen, worum es beim „Froschkönig“ geht? Wohl kaum. Dieser Klassiker zieht immer wieder und nicht nur bei Kindern, sondern auch viele Eltern waren gekommen – sicherlich nicht nur, um ihre Kinder zu begleiten. Generös der König (Axel Siegwart), aber immer wieder an seinen Teenie-Töchtern nahezu verzweifelnd. Seine jüngste (16 Jahre) soll einen Prinzen kennenlernen, den sie dann auch irgendwann heiraten könnte. Warum denkt man dann gleich an die aktuelle Kinderehen-Diskussion? Nun ja, es steht so im Skript. Katherina Grosse hatte die Grimm´sche Vorlage bearbeitet, die unter der Regie von Bärbel Grosse wunderbar inszeniert wurde. Schön zickig stellte Femke Koers die Prinzessin Luise dar – Pubertät im Märchenwald. Intelligente Regie-Einfälle, wie die  lebendige Ahnengalerie, oder aber die vielen Frösche, bereicherten die Szenerie. Hinzu addiert eine Unzahl an weiteren Prinzessinnen und Prinzen mit famos skurrilen Nachnamen wie von Löwenfurz, von Iffenpitz, von Schneckenhause, von Lackendorf, von Rosenkrach und viele weitere. Der Name war Programm, oder Omen.
Wie sehr die Freilichtbühne inzwischen eine Obergrafschafter Institution ist, zeigte sich bei diesem Märchen: In der Mensa der Schüttorfer Oberschule wurde geprobt und zwei der insgesamt zehn Aufführungen finden in Schüttorf statt. Für das Forum am Burg-Gymnasium muss Miete gezahlt werden, die Sicht ist dort nicht so gut und die Akustik ebenfalls nicht, weshalb von Aufführungen dort abgesehen wurde. „Wenigstens auf der Bühne wächst zusammen, was ohne einander eigentlich eh nicht funktioniert“, möchte man denken.
Lebhaft und dynamisch die gesamte Präsentation. Gut artikuliert und verständlich bis in die hinterste Reihe. Ein üppiges Gesamtbild. Lediglich, dass am Ende nicht so ganz die große Liebes-Glückseligkeit ausbrechen mochte, mag den Freunden des Happy-Endings etwas aufgestoßen sein. Nun gut, das ist dann vielleicht der Moderne zu schulden. Doch wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Weitere Termine

27.11.2016 | 15:00 Uhr  Theater der Obergrafschaft Schüttorf
04.12.2016 15:00 Uhr Stadtlohn Stadthalle Stadtlohn Vorverkauf nur im Bürgerbüro Stadtlohn
10.12.2016 14:00 Uhr und 16:30 Uhr Theatersaal Vreden Vorverkauf nur im Bürgerbüro Vreden
15.01.2017 15:00 Uhr Reken Forum Reken Vorverkauf nur bei der Bürgerinfo Reken
17.12.2016 | 15:00 Uhr Realschule Ochtrup
19.12.2016 | 9:00 Uhr Alte Weberei Nordhorn
19.12.2016 | 11:00 UhrAlte Weberei Nordhorn
28.01.2017 16:00 Uhr Emlichheim Aula im Gymnasium Vorverkauf nur im VVV Büro und Hannes Laden

Informationen über die Geschäftsstelle der Freilichtbühne, oder die Website.

Bildergalerie: 

 

2 Comments

  • Komische Rezension. Erst kritisieren, dass Kinderehen thematisiert werden und dann über das fehlende Happy End, „die große Liebes-Glückseligkeit“ (die Jugend-Ehe also) beschweren? Wenn man das Thema kritisch im Theater angeht, dann so, oder nicht?

    • Eigentlich stellen wir Kommentare nur mit Klarnamen ein, oder die Leute sind uns bekannt… Fung Mi Chu ist zwar nicht so wirklich glaubhaft, doch einmal lassen wir es durchgehen. Wenn nicht glaubhaft versichert werden kann, das dies der Klarname ist, wird es kein zweites Mal geben… 😉
      Zur Kritik an der Rezension: Man kann sehr wohl Kritik an der Frühverheiratung üben und dennoch an die romantische Lieben glauben – oder zumindest darauf hoffen. 😉

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *