Vier Wege zur Musik

Laudator Manfred Doci Flucht Foto:©Albrecht Dennemann

Musikantenstadl ist die Ausstellung von vier Fotografen betitelt, die am Freitag im Haus Westerhoff eröffnet wurde. Auf sehr unterschiedliche Art und Weise, haben sich Anne Rollero, Sanna Dimario, Jochen Grebe und Uwe Waegner sich der Musik genähert und sich mit ihr auseinandergesetzt. Experimentell, überraschend, instrumental, live, assoziativ und interpretierend.

Foto:©Albrecht Dennemann
vlnr: Sanna Dimario, Anne Rollero, Jochen Grebe und Uwe Waegner Foto:©Albrecht Dennemann

Bad Bentheim. „Sie kannten sich vorher nicht und sind im Zuge der Vorbereitungen zu einer „Band“ zusammengewachsen“, leitete Laudator Manfred „Doci“ Flucht seine Eröffnungsansprache ein. Das der in Gildehaus wohnende Künstler diese Aufgabe übernahm, hatte seinen Grund. Bei ihm liefen die Fäden zusammen: Doci kennt sie alle und hatte diese „Band“ zusammengebracht. Die Quadrate liebende Sanna Dimario – alias Sandra Kocksch, den Live-Event- und Natur-Fotografen Jochen Grebe, die mehr ausgezeichnete Makro- und Detail-Spezialistin Anne Rollero und den Polaroid-Fan Uwe Waegner.
Sehr unterschiedliche Fotografien zeigten die vier „Band“-Mitlieder und doch schwangen sie im Takt. Sanna Dimario zeigte Live-Bilder von Konzerten und auch Kinder-Bilder mit Bezug zur Musik. Das Quadrat ist ihr Faible, mit dem sie im schon im vergangenen Jahr in einer Ausstellung im Schüttorfer „Kunstwerk“ beeindruckte. Nicht immer scharf, aber dadurch paradoxerweise den Fokus auf die abgebildete Situation richtend, werden Momente mit Eindringlichkeit herausgearbeitet.
Anne Rollero setzte mit ihren Bildern zunächst kalt wirkende Blechblasinstrumente detailliert in Szene und gab ihnen Wärme, Harmonie und geschwungene Eleganz. Im Detail zeigten sich dann auch fast organische Strukturen und Formen. Schärfe und das gekonnte Spiel mit den Bokeh-Effekten zeichnen die Bilder von Rollero aus.
Jochen Grebe näherte sich der Musik über die Pflanzen. Makro-Aufnahmen mit ebenso starken Bokeh-Effekten interpretierte Grebe. Somit gab er seine assoziative Titelwahl vor und so sieht dann auch der Betrachten in einer Dolden-Blüte eine Trompete.
Uwe Waegner zeigte Alben-Cover, in die er sich selbst hinein „fotografierte“ – seiner Auskunft nach auch schon ältere Versuche der Verarbeitung von Bildern. Ganz anders und formatbedingt recht klein seine Polaroid-Bild-Installationen. Mehrere selbst- und abfotografierte Bilder arrangierte Waegner zu neuen Bildern.
Insgesamt eine lohnenswerte Zusammenstellung mit Perspektiven die überraschen, aber auch qualitativ hochwertigen Bildern. Da die Bilder nun keinen Ton transportieren, spielte das Duo „Lapis Lazuli“ mit Uta Preckwinkel und Paul Driessen den „Soundtrack“ bei der Eröffnung.
Noch bis zum 6. August ist jeweils Sonnabends und Sonntag ist der „Musikantenstadl“ im Haus Westerhoff von 14 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. 

Bildergalerie:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.