Auto- und Radfahrer: Kontrahenten im Verkehr in Nordhorn

Auto contra Fahrrad Foto: © Albrecht Dennemann

ACE-Aktion „Fahr mit Herz“ deckt Fehlverhalten und mangelnde Achtsamkeit auf. Mit einer neuen bundesweiten Verkehrssicherheitskampagne will der ACE, Deutschlands zweitgrößter Autoclub, für gegenseitigen Respekt im Straßenverkehr werben. Im Fokus stehen Auto- wie Radfahrer im städtischen Verkehr. Das Motto lautet: „Fahr mit Herz!“ DasVerhältnis zwischen Zwei- und Vierradfahrern im dichten Verkehr ist oft risikoreich. Die Einhaltung von Regeln und eine Portion gegenseitige Rücksicht können Unfälle vermeiden.

Nordhorn. Anlass für die Aktion, an der sich auch der ACE-Kreis Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim beteiligte, sind die besorgniserregenden Unfallzahlen, die aus den Polizeiberichten hervorgehen. Allein im Jahr 2016 verunglückten 81.274 Fahrrad- oder Pedelecfahrer, 393 davon sogar tödlich. Die meisten Unfälle ereigneten sich dabei im Kreuzungsbereich und in mehr als 60 Prozent der Fälle war ein Pkw am Unfall beteiligt. Ziel der ACE-Aktion ist es einerseits Autofahrerinnen und Autofahrer, die an Kreuzungen den Schulterblick vermissen lassen oder erst gar nicht blinken, zum Nach- und vor allem Umdenken zu bewegen. Andererseits will der ACE auch bei Rad- und Pedelecfahrern für regelkonformes wie rücksichtsvolles Verhalten werben.
Für Werner Brink, Vorsitzender des ACE-Kreises Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim eine erschreckende Bilanz, zumal die Unfallzahlen seit Jahren ansteigen. Er leitet die Verkehrssicherheits-Kampagne des ACE vor Ort und betont: „Unbestritten ist, dass derstädtische Verkehr herausfordernd ist. Es wird immer enger und insbesondere die Infrastruktur für den Fahrradverkehr kann mit der Zunahme der Radler vielerorts nicht mithalten. Umso wichtiger ist aus Sicht des ACE gegenseitiger Respekt. Autofahrer sollten sich immer wieder bewusst machen: Fahrrad- sowie Pedelecfahrer haben keinen Airbag. Gleichzeitig bedeutet achtsames Miteinander für Radfahrer beispielsweise, die richtige Straßenseite zu benutzen und beim Abbiegen Handzeichen zu geben.“ Die Statistiken zeigen zudem, dass die Kollisionen von Pkw und Fahrrad den Großteil derUnfälle ausmachen. Der Vorsitzende betont: „Ein achtsames Miteinander ist das A und Ofür mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Dazu gehört auch, Ablenkung zu vermeiden. Ob im Auto oder auf dem Fahrrad – das Smartphone hat hier Pause!“
Am Aktionstag in Nordhorn wurden beispielsweise Autofahrerinnen und Autofahrer, die an Kreuzungen den Schulterblick vermissen ließen oder erst gar nicht blinkten, erhoben. Ebenso Rad- und Pedelecfahrer, die beispielsweise das Haltesignal ignoriert haben. Doch nach dem „Zähltag“ in Nordhorn an der Kreuzung Stadtring/Frensdorfer Ring gibt es Anlass zur Sorge: „231 Autofahrer haben wir hier innerhalb einer Stunde beobachtet und 111 davon vergaßen den Schulterblick oder blinkten nicht vor dem Abbiegen“, so Werner Brink, Vorsitzender des ACE-Kreises Osnabrück/Emsland/Grafschaft Bentheim ernüchtert.„Dabei ist der Kreuzungsbereich Unfallschwerpunkt und nur der Schulterblick garantiert, dass herannahende Fahrradfahrer rechtzeitig wahrgenommen werden.“
Auf der Seite der Radfahrer ist die Bilanz gut. 219 von 224 hielten an der roten Ampel an und warteten auf dem Radweg bis zum grünen Signal. Ein Handzeichen vor dem Abbiegen gaben wiederum 86 Prozent. Dennoch gab es Radfahrer, die kurz vor der Kreuzung auf die Straße wechselten, um schneller voranzukommen. Deshalb ruft das Zählteam um Werner Brink die Verkehrsteilnehmer zu einem achtsamen und rücksichtsvollen Miteinander auf. Für Werner Brink ist klar, dass dringend Aufklärungsarbeit betrieben werden muss, für ein achtsameres Miteinander. „Bis August will der ACE an verschiedenen Standorten weitere Zählungen durchführen. Die Zahlen werden dann nach Bundesländern zusammengefasst und im Herbst gibt es eine bundesweite Auswertung. Und die fällt dann hoffentlich etwas positiver aus, als die Zählung in Nordhorn. Achtsamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme sind das A und O fürSicherheit im Straßenverkehr“, lautet das Fazit von Werner Brink.

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