[Kommentar] Ein Durchbruch ist das noch nicht

2. Bauabschnitt Soziokulturelles Zentrum Plan: ©Klaus Heiny; Aufbereitung: © Danie Schulte-Wieking

Zu glauben, dass die Annäherung in Sachfragen zwischen Politik und Verwaltung auf der einen und Bürgerinitiative Bürger- und Kulturzentrum (BI) auf der anderen Seite, schon einen Durchbruch darstellt, ist naheliegend, aber nicht unbedingt wirklich belastbar. Zu tief waren die Gräben, als das man sie am Mittwochabend so leicht hätte zuschütten können. Die BI hat mit dem Zurückrudern bei ihrer ultimativen Forderung nach einer großen Lösung – inklusive großem Mehrzwecksaal – zwar den Graben etwas schmaler werden lassen, doch die Forderung bleibt. Wenn auch nicht mehr ultimativ. Und die Kommune hat sich mit der Idee anfreunden können das alte Betriebsratsgebäude mit in das Projekt zu integrieren – Annäherung von der anderen Seite des Grabens.

Foto: © Albrecht Dennemann

Und die Forderung der BI hat auch ihren Grund: Für die Beibehaltung des Theatersaals an der Hermann-Schlikker-Straße – eigentlich eine Schul-Aula und städtischer Feierraum – sprechen lediglich, dass es dort zurzeit sehr gut läuft, die heimelige Theater-Atmosphäre, die eingefahrenen Strukturen und der überschaubare Kostenrahmen. Vielleicht auch, dass die Zukunft noch nicht absehbar ist. Wenn das bisherige Theater-Management irgendwann wechselt, könnte das anders aussehen.
Dagegen und damit für einen Neubau spricht:

Modell: © Klaus Heiny Foto: © Albrecht Dennemann

Investitionen am bisherigen Theater-Standort in Barrierefreiheit, Fluchtwege, Sicherheit, Bühnentechnik, Gastronomie und Foyer sind angedacht und zwingend notwendig. Eine Erweiterung des Foyers bedeutet einen Eingriff in den Bestand des Gebäudes und die Genehmigung könnte davon abhängen. Einen wirklichen Feierraum hat man mit der Theater auch nicht. Auch wenn die Veranstaltungshalle im Industriegebiet gebaut wird, heißt dies noch lange nicht, das dort Vereine auch ihre Feiern zu vertretbaren Kosten abhalten können. Abgesehen davon, kommt es einer kulturpolitischen Bankrott-Erklärung gleich, wenn sich eine Kommune auf private Angebote in kulturellen Angelegenheiten verlässt. Zudem würde der große Saal das Ballenlager-Areal aufwerten und es erst zu dem machen was es werden soll: Ein Leuchtturm der in die Region strahlt. Auch trotz möglichem Invest für das Soziokulturelle Zentrum in Höhe von möglicherweise 3,8 Millionen Euro, käme es wohl kaum über den Status eines Leuchtfeuers am Strand hinaus. Politik und Verwaltung sei gesagt: Habt Mut und investiert in die Zukunft. Kultur ist kein weicher Standortfaktor, sondern ein zunehmend härterer. Kitas, Schulen, Infrastruktur, Einkaufs- und Sporteinrichtungen können andere Kommunen auch. Doch mit solch einem Zentrum was dem Namen gerecht wird, würde sich Schüttorf in der Region absetzen und wirkliche Strahlkraft entwickeln. Man Blicke nur nach Lingen: Auf zugegebenermaßen höheren Niveau hat sich die Stadt hervorragend entwickelt und dies hat auch ganz wesentlich etwas mit Kultur und Attraktivität auch für jüngere Menschen zu tun. Lingen verkauft beispielsweise mehr Theater-Abos als Meppen, Rheine und Nordhorn zusammen. Schüttorf hat die Möglichkeit und die Fördertöpfe sind voll – mit Mut ran ans Werk und macht es vernünftig!

Hier die Innenpläne für den 1. und den 2. Bauabschnitt:

1. und 2. Bauabschnitt zusammen Plan: © Klaus Heiny; Aufbereitung: © Danie Schulte-Wieking
2. Bauabschnitt Plan: ©Klaus Heiny; Aufbereitung: © Danie Schulte-Wieking
2. Bauabschnitt Soziokulturelles Zentrum Plan: ©Klaus Heiny; Aufbereitung: © Danie Schulte-Wieking

 

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