[KOMPLEX] „Verein beeindruckt von der Arbeit der Bürgerinitiative“

Komplex-Sommerfest 2016 Foto:©Albrecht Dennemann

Auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Trägervereins des Jugendzentrums „Komplex“ Ende März,  zeigte sich der Vorstand tief beeindruckt von der Arbeit der Bürgerinitiative (BI) „Bürger- und Kulturzentrum Schüttorf“. Aus dem zunächst losen Zusammenschluss Kulturinteressierter in und aus Schüttorf, hat sich eine etablierte Gruppe mit regelmäßigen Sitzungsterminen und einer zukunftsweisenden Vision für Schüttorf entwickelt.

Schüttorf. Im Gegensatz zum Vorstand des Vereins, der sich zumeist aus jüngeren ehrenamtlich Tätigen zusammensetzt, engagieren sich bei der BI vor allem Menschen mittleren Alters mit verschiedensten beruflichen und privaten Hintergründen. “Das zeigt, auf welch breiten Füßen der Wunsch nach einem Bürger- und Kulturzentrum steht”, so Angela Raabe. Der Vorstand des Jugendzentrumsverein „UJZ Komplex Schüttorf e.V.“ freut sich über dieses Engagement und begrüßt es ausdrücklich. Der Vorstand sieht es als seine Aufgabe, die Interessen der Jugendlichen in dem Bürger- und Kulturzentrum einzubringen. Die Bürgerinitiative hat es laut Komplex-Verein geschafft, festgefahrene Standpunkte aufzuweichen und eine neue, konstruktive Gesprächsbasis zu schaffen. Auch aus der Politik kamen positive Reaktionen. Besonders begrüßenswert waren für den Verein zudem die klaren Bekenntnisse der etablierten Parteien zu einem „Bürger- und Kulturzentrum“/„soziokulturellen Zentrum“ in ihren jeweiligen Wahlprogrammen. Nun ist der Vorstand gespannt, welche Taten auf diese Worte folgen werden.
Im Laufe des weiteren Verfahrens warten viele spannende Fragen. Die Vorteile einer gemeinnützigen Einrichtung gegenüber einer privatwirtschaftlichen liegen für die erste Vorsitzende Angela Raabe dabei klar auf der Hand: „Im Komplex ist jeder willkommen, egal ob er sich während eines Konzerts drei, elf oder gar kein Getränk leisten kann. Die Eintrittspreise halten wir so niedrig wie möglich und für Menschen mit geringem Einkommen bieten wir einen vergünstigten Eintritt an. Bei uns geht es um gesellschaftliche und kulturelle Teilhabe und diese sollte sich nicht finanziellen Aspekten unterordnen müssen.“ In diesem Zusammenhang verweist der Vorstand auch auf den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizäcker (CDU), der bereits 1991 festgestellt hat: „Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns leisten oder auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere eigentliche innere Überlebensfähigkeit sichert.“
Die besondere Konstruktion, bei der ein eingetragener, gemeinnütziger Verein von der Gemeinde finanziell und personell unterstützt wird, aber in der pädagogischen Arbeit unabhängig ist, ermöglicht den Zugriff auf verschiedene Fördertöpfe. Diese bleiben kommunalen Trägern oftmals verwehrt. So ist es auch beim Zirkusprojekt der Fall, das mit 18.000 Eur vom Bündnis „Zirkus macht starkt“ gefördert wird. Die Zirkusgruppe trifft sich mittlerweile wöchentlich dienstags von 16.30 Uhr bis 17.45 Uhr.
Der Bau eines Bürger- und Kulturzentrum bietet weiterhin die Gelegenheit, alte Industriebrachen etwa an der Nordhorner Straße wieder aufzuwerten und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten und erlebbar zu machen. Das Stadtbild würde um eine moderne, gleichzeitig in der Historie der Stadt tief verwurzelte Einrichtung bereichert.
Auch für die Intensivierung der Zusammenarbeit mit der Oberschule würde ein nahegelegener Standort ideale Vorrausetzungen schaffen. „Wir dürfen Schule und außerschulische Jugendarbeit nicht mehr nur als einander entgegengesetzt betrachten. Bereits bestehende Projekte wie die WolkenRoller, die Streitschlichterausbildung und der neu geschaffene Kinder- und Jugendzirkus ‚Wirbelwind‘ zeigen, wie fruchtbar die Kooperation für beide Seiten ist“, beschreibt es die angehende Erzieherin und zweite Vorsitzende Eileen Dove. Gleichzeitig ist dem Verein bewusst, dass man keine Luftschlösser bauen kann und will. Die Finanzierung sowohl der Baukosten als auch der laufenden Betriebskosten müssen langfristig gesichert sein.
Wer sich über diese Thematik weiter beschäftigen möchte, findet unter www.komplex-schuettorf.de oder www.bi-kultur.de viele Informationen.

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