Minister steht im (Hute-) Wald

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies im Bentheimer Hutewald Foto: Franz Frieling

In der vergangenen Woche informierte sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies über das Arten- und Naturschutzprojekt „Bentheimer Hute- und Schneitelwald“ und zeigte sich beeindruckt über die vor Ort geleistete Arbeit der verschiedenen Projektpartner.

Bad Bentheim. In diesem einzigartigen Projekt wird die Jahrhunderte alte Bewirtschaftungsform aus Schneiteln, also dem Laubschneiden der Bäume und der Hutung, also der Nutzung des Waldes als Weide für die Tiere, vom Tierpark Nordhorn wieder durchgeführt. Durch diese Jahrhunderte andauernde Form der Waldnutzung hatte sich im Laufe der Zeit ein einzigartiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere gebildet, der erst in den letzten hundert Jahren zu verschwinden drohte, weil diese Nutzungsformen verschwanden. Die letzten Flecken dieser alten Kulturlandschaft und dieses einzigartigen Lebensraums einer artenreichen Waldweide drohten völlig zu verschwinden, bevor sie 2012 wiederhergestellt werden konnten.
Nun beweiden während der Vegetationsperiode die Hutewaldrinder des Tierpark Nordhorn diesen Reliktwald. Durch eine kontinuierliche Beweidung kann der für Bechsteinfledermaus, Hirschkäfer und Eremit als wertbestimmende Arten überlebenswichtige Lebensraum erhalten werden.
Als Auftragnehmer führt der Tierpark Nordhorn in seiner Eigenschaft als regionales Arten- und Naturschutzzentrum diese Arbeit durch. Dies erfolgt in enger Abstimmung mit dem NLWKN, dem fürstlichen Hause und dem Landkreis bzw. der Naturschutzstiftung des Landkreises. Dr. Michael Kiehl lobte als Vorsitzender der Stiftung die Arbeit des Familienzoos: „Im Hutewald ist deutlich erkennbar, welch wertvolle Arbeit die Tiere des Nordhorner Tierparks als Naturschützer auf vier Beinen leisten! Durch den kombinierten Einsatz von Rindern und Niederländischen Landziegen ist in einigen Bereichen bereits eine richtige Waldweide entstanden, was ja Ziel dieses Projektes ist.“ Darüber hinaus führt der Tierpark Nordhorn im Rahmen seiner Bildungsarbeit Führungen durch den Hutewald durch. Allein im letzten Jahr konnten fast 1000 Teilnehmer zu diesen Führungen begrüßt werden. „Tourismus und Naturschutz stehen nicht im Widerspruch,“ so Zoodirektor Dr. Nils Kramer. „Mit geeigneten Konzepten lassen sich Menschen an die Natur heranführen und für die Natur begeistern!“
Über den Fortschritt in diesem Projekt informierte sich nun Umweltminister Olaf Lies. „Die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Projektpartner in diesem Projekt ist beispielhaft!“ so der Minister.

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