Muss Denkmal Brücke weichen?

Foto: Dennemann

Mitunter stolpert man doch zufällig über die Ortsgeschichte. So auch heute, als eigentlich nur schnell ein Foto von den Aufzügen am Bad Bentheimer Bahnhof gemacht werden sollte.

Foto: Dennemann

Bad Bentheim. Sonst wohl von Buschwerk verborgen und überwuchert – ganz abgesehen davon, dass nur wenige dort vorbei kommen – ist dort nun ein Denkmal wieder zu sehen. Etwas Schiene mit Schotterbett, eine hochgekurbelte Schranke und die dazugehörige Kurbel. Auf einem Schild ist zu lesen: “Dieses Denkmal soll an den ehemaligen Bahnübergang erinnern. Wegen des Systemwechselbahnhofs Bad Bentheim wurde der Straßenverkehr an dieser Stelle durch tägliche Schrankenschließungen von über sieben Stunden behindert. Nach Fertigstellung des Trogbauwerkes konnte der Bahnübergang am 13.03. 1998 aufgehoben werden.” Aber es werden auch Zahlen und Fakten präsentiert:  Von 1994 bis 1998 sei an dem 308 Meter langem massiven Schwergewichtstrog als “weiße Wanne” gebaut worden. 38 Millionen DM seien von den Firmen “Arge Jaeschke&Preuss aus Duisburg, Schaefer aus Ibbenbüren und der Firma Temmink aus Nordhorn verbaut worden. Als Bauherren werden die Bundesrepublik Deutschland – vertreten durch das Straßenbauamt in Lingen – die Deutsche Bahn und die Bentheimer Eisenbahn genannt.
Gefühlt ist die Haberland-Unterführung älter und wurde im vergangenen Jahr schmerzlich vermisst. Doch täglich sieben Stunden geschlossene Schranken, waren ein schlagkräftiges Argument für den Bau. Ob nun für die Sanierung auch ein Denkmal gesetzt wird? Schließlich hat es dafür zwar nur ein Viertel der Zeit benötigt, aber es mussten weite Umwege in Kauf genommen werden. Das war beim Bau der Haberland-Unterführung hingegen nicht der Fall.
Im Zuge des Aus- und Umbaus des Bahnhofsareals soll das Burg-Gymnasium mit einer Brücke an den Bahnhof angebunden werden. Diese Brücke könnte den Bestand des Denkmals gefährden. Wird es verlegt, oder gänzlich aufgehoben? Wer weiß… Letztlich werden damit auch nur die Unternehmen und die Bauherren geehrt. Möglicherweise sollte ein neues Denkmal daran erinnern, dass die Sanierung ein Jahr gedauert hat, damit dies nicht in Vergessenheit gerät und seine Funktion als Denkmal auch hinreichend gerecht wird…

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