Neue “Wohnungen” für Mauersegler

Die neuen „Wohnungen“ für die Mauersegler sind bezugsfertig Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim

Am Gebäude der Volkshochschule in Nordhorn ist mit 15 bis 20 Brutpaaren eine der größten Mauersegler-Kolonien in Nordhorn beheimatet. Ihre Neststandorte befinden sich unterhalb der obersten Dachrinnen an der Nord- und Ostseite des Gebäudes und werden von den Vögeln dauerhaft als Fortpflanzungs- und Ruhestätten genutzt Um dem Mauersegler weiterhin Brutmöglichkeiten anbieten zu können, wurden neue Nistplätze geplant und angebracht.

Nordhorn. Da Mauersegler eine besonders geschützte Vogelart sind und der Schutz auch für ihre Nester gilt, mussten im Sommer diesen Jahres die Bau- und Sanierungsmaßnahmen an dem denkmalgeschützten Gebäude an das Brutgeschäft der Kolonie angepasst werden. Zum Schutz der Art wurden keine Arbeiten während der Brutzeit und Jungenaufzucht im Bereich der Neststandorte durchgeführt; die Gerüste wurden so angepasst, dass die Mauersegler weiterhin freie Anflugmöglichkeiten zu den Nestern hatten. Erst als die Jungvögel die Nester verlassen hatten, konnten nach Abstimmung mit der Naturschutzbehörde des Landkreises Grafschaft Bentheim die Arbeiten im Bereich der Neststandorte durchgeführt werden. Bedingt durch die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am Dach der VHS ließen sich allerdings die bis dahin genutzten Nester nicht erhalten.
Um dem Mauersegler am VHS-Gebäude weiterhin Brutmöglichkeiten anbieten zu können, wurden in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und dem hinzugezogenen Artexperten, Guido Niers aus Neuenhaus, neue Nistplätze geplant und angebracht. 12 Mauersegler-Nistkästen mit jeweils drei Nistmöglichkeiten wurden direkt unterhalb der bisherigen Neststandorte angebracht. Die Nistkästen sind zusätzlich mit vorgefertigten Nistmulden aus Kork versehen und in der Fassadenfarbe gestrichen, so dass sie sich optisch gut ans Gebäude anpassen. Auf diese Weise kann der Kolonie-Standort des Mauerseglers am VHS-Gebäude erhalten werden, so dass die Sanierungsmaßnahme konform mit den Vorgaben des verbindlichen Artenschutzrechts umgesetzt werden konnte.
Baumaßnahmen an kreiseigenen Gebäuden werden auch zukünftig in enger Abstimmung mit der Naturschutzbehörde durchgeführt, so dass Belange des Artenschutzes berücksichtigt werden. Der Landkreis Grafschaft Bentheim bittet alle Vorhabenträger, den gesetzlich vorgegebenen Artenschutz bei Umbau-, Sanierungs- oder Abbrucharbeiten im erforderlichen Umfang zu beachten, um Nistmöglichkeiten von Vögeln und Quartiere von Fledermäusen an Gebäuden dauerhaft zu erhalten oder durch Bereitstellung von Nistkästen und Ersatzquartieren vor Ort zu sichern. Christian Kerperin von der Naturschutzbehörde steht dabei gerne beratend zur Seite, Telefon (05921) 961616

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