[Nixenmeer] “Sunday Afternoon Blues” mit der Nick Moss Band

vlnr: Geert Hermann Meyer, Marc Sluiter, Gerd Moeken, Nick Moss, Winfried Heerbaart, Bern Sundag Foto: © Albrecht Dennemann

Live-Musik am Sonntagnachmittag – Tanztee? Fast. Blues gab es am Sonntagnahmittag in dem Enschedeer Club “Nixenmeer” mit der Nick Moss Band aus den USA. Noch am Wochenende zuvor bekam die Band in Eutin den “German Blues Award” und die Schüttorfer Bluesfreunde “pilgerten” über die Grenze – es hat sich gelohnt.

Schüttorf/Enschede. Für Blues muss man schon immer etwas Wegstrecke auf sich nehmen. Waren die Radiomacher Andreas Bethke, Gerd Moeken und Winfried Heerbaart von den Schüttorfer Bluesfreunden am vorangegangenen Wochenende noch in Eutin, so war die Fahrt nach Enschede am Sonntag dann doch erheblich weniger aufwändig. Das “Nixenmeer” hat sich in den letzten Jahren als Blues- und Live-Club etabliert, liegt aber nicht in der Innenstadt, sondern in einem Wohngebiet. Deshalb auch so ungewöhnliche Auftrittszeiten, um die Anwohner nicht stärker zu belasten als unbedingt notwendig. Um 15.30 Uhr sollte die Nick Moss Band starten. Es zögerte sich etwas hinaus, doch das schien die rund 80 Gäste nicht weiter zu stören, lief doch die Klimaanlage und sorgte für angenehmere Temperaturen. Damit war es allerdings alsbald vorbei, da die Klimaanlage ausfiel und die steigenden Temperaturen für ein sehr authentisches Südstaaten-Feeling sorgten: “In the heat of the afternoon”, heizten die Musiker weiter ein.

Dennis Grünling, Nick Moss Band Foto: © Albrecht Dennemann

War Nick Moss vielleicht noch vor wenigen Jahren ein Geheimtipp, so ist er nun der «torchbearer», wie das immer genannt wird, also der Fackelträger des Chicago Blues. Er spielt Blues in der Chicago-Tradition mit einem Quartett, und er spielt ihn so, wie sich das gehört, authentisch und doch modern. Im Nixenmeer hatte die Band den Harptisten Dennis Grünling mit dabei. Nun, da die alten Chicago-Blueser zum großen Teil bereits das Zeitliche gesegnet haben (Jimmy Rogers, Junior Wells, Luther Allison), bzw. da sie sich zusehends ihren musikalischen Horizont erweitern und sich anderer Musik zuwenden (Buddy Guy) ist es schön, wenn es noch Traditionalisten gibt, die klassischen Chicago-Blues spielen. In dieser Form, an Jimmy Rogers, Michael Bloomfield, Elvin Bishop oder Hubert Sumlin orientiert und natürlich auch an den klassischen Chess-Aufnahmen der 50er und 60er Jahre. Chicago-Blues ist Teamarbeit in höchster Vollendung und halt auch heute noch unglaublich fetzig. Wie sehr, konnte man am Sonntag beobachten: Moss griff dem Keyboarder sehr passend in die Tasten und saß auch mal mit der Gitarren hinter den Drums – fast multitasking. Seine Musik ist eine sehr gelungene Mischung von Chicago-Blues-Funk-Soul.  Es ist schön, dass jemand diese Musik weiter trägt und am Leben erhält. Neben Nick Moss spielt am Bass Matthew Wilson, Drummer ist Patrick Seals und das Keyboard spielt Bryan Rogers.

Nick Moss Band Foto: © Albrecht Dennemann

Besondere Soli, natürlich von Moss aber auch den anderen Musikern und das von allem Dennis Gruenling beeindruckten schwer. Trotz der Hitze legte Grünling sein Jacket nicht ab. Fast wie ein Ska-Musiker kam sein Outfit daher: Schlanker, langhaariger Typ, schwarze Hose und die spitzen Schuhe ähnlich schwarz-weiß gemustert wie das Jacket. Cool – und immer mit Sonnenbrille.
Fazit: Ein klasse Sonntagnachmittag, auch wenn es den leichten Nimbus von Tanztee hatte. Ein besonderer Genuss für Bluesfans und für die Schüttorfer allemal. Abgesehen von einer kleinen Szene: Mosss fragte, ob Deutsche im Publikum sein… Gut, ein kurzes Statement zu den üblen Vorgängen in Hamburg und dann eine Beschwerde: Das Toilettenpapier in den Hotels in denen er in Deutschland untergebracht sei, hätte Sandpapierqualität. Tja, da sollte der deutsche Tourmanager Bernd Schulte wohl etwas daran arbeiten und die Hotels besser checken… 😉

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