[SATIRE] Piraterie in der Kommunalpolitik

Foto: Dennemann

 Käpt´n Langstrumpfs komplexe An- und Einsichten zum kommunalpolitischen Freibeuterwesen in der Obergrafschaft

Man gehe zunächst mal davon aus, dass das Leserverhältnis innerhalb Schüttorfs etwa so liegt: 10 Prozent aller Schüttorfer lesen Blixxm, 40 Prozent die GN, 7,5 Prozent lesen beides – (rein subjektive Einschätzung). Der Rest informiert sich – wenn überhaupt – bei Facebook, Twitter, auf dem Wochenmarkt, beim Friseur oder beim Stammtisch. Und glaubt alles, was man dort liest oder hört, weil es eben dort steht, oder dort so gesagt wurde: Ganz bestimmt aus sicherer Quelle vom Schwager der Nachbarin der Schwiegermutter. So bleiben also gefühlte 60 bis 90 Prozent der „Schüttorfer Bürger“ –  eigentlich journalistisch des- oder uninformiert….
Man muss feststellen: Egal was unsere Verwaltungsspitze auch plant – die CDU ist immer mit im gleichen Piratenboot. Selbst die dauerenthaltende Schüttorfer Liste enthält sich nicht mehr dauernd der Stimme und segelt im gleichen Wind. Man könnte vermutlich vorschlagen ein Open Air auf dem Friedhof zu veranstalten – die christdemokratische Listen-Zweckgemeinschaft würde mit Ja stimmen und den Rüthkamp über die Vechte, oder den Schevegraben mit ihrer kommunalrabenschwarzen Kogge kapern.
Im Blixxm-Bericht zur Kunstrasendebatte steht eine wichtige Bemerkung: Angesprochen von einem verfeindeten BKZ-Pazifisten (Bürger- und Kulturzentrums-Pazifisten) auf die finanzielle Deckelung des UJZ/BKZ/SKZ-Bauvorhabens (Unabhängiges Jugendzentrum, Bürger- und Kulturzentrum, Soziokulturelles Zentrum) – oder wie auch immer es zu benennen ist – und die Nicht-Deckelung der Finanzierung des Kunstrasenplatzes,  da möchte “Käpt´n  Männe” keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Wer möchte das schon? Man vergleicht ja auch nicht Heerbärte mit Windhäusern.
Heißt also: wenn Geld da ist und keine Deckelung beschlossen, dann raus damit, alles Richtung Kempersesch – bis dass der schwarzweiße Hannes abwinkt. Wenn angeblich kein Geld da ist, dann sofort Deckel auf die Schatzkiste, Pulle Rum mit der schwarzen Brut in der Stadtspelunke zischen und keinen Cent mehr für die linksgrünversifften Kulturspinner ausgeben. Frei nach dem Motto: „In Kunstrasen steckt doch das Wort Kunst, da habt Ihr doch Eure Kultur…“
Daraus wird also folgen, dass bei strikter finanzieller Deckelung das Bürger- und Kulturzentrum nicht fertig wird und vielleicht kein Dach oder keine Elektroinstallation bekommt. Warum? Weil der unabhängige soziokulturelle Komplexersatz-Berater ja plötzlich auch noch Geld kriegt und wir ja draußen auch noch pflastern müssen und die Brandschutztüren ja viel teuer sind, als Haustüren im edlen Gelsenkirchener Barock. Und dann ist das Geld weg und eine weitere Ruine an der Fabrikstraße vorgeplant.
Ach ja: Käpt`n Männe ist ja nicht alleine. Der befreundete Rote Korsar aus der verbotenen Stadt zwischen Gildehaus und Schüttorf weiß ja eine gleichstarke Piratenbande hinter sich, die ihm ebenfalls aufs Wort gehorcht. Der Pannen-Dreimaster segelt gerade volles Brett in die alten Steinbrüche, um dort das anwesende sehr seltene Getier zu vertreiben und die uralte Natur zu vernichten, damit dort angeblich “Kultur” für ein paar Wichtigtuer gemacht wird. Keine Angst, dort finden sich sicherlich so seltene Tierarten wie der Trompetenkäfer oder ein Marsupilami und das Gebiet wird durch die Untere Naturschutzbehörde gesperrt.

Wann ist die bürgerliche Fregatte soweit, aufzuwachen, in See zu stechen und im Namen des Volkes diesen Piraten Paroli zu bieten?

[Anmerkung der Redaktion]
Käpt´n Langstrumpf  – das ist nicht schwer zu erkennen – ist ein Pseudonym – welch Überraschung. Der Text wurde Blixxm mit der Auflage zugesandt, den der Redaktion bekannten Klarnamen des Autors nicht zu nennen.

 

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