Satire-Punk mit Eisenpimmel und Zwackelmann

Foto: Privat

Die Satire-Punk-Band “Eisenpimmel” aus Duisburg besteht zwar bereits seit den 80ern, führt mit der Öffentlichkeit allerdings eine intensive On-Off-Beziehung. Während die Alben und Auftritte früher länger auf sich warten ließen, entschloss sich die Band nun, neue Geschütze aufzufahren und hängt ihrem neuen Album „Füße hoch, Fernsehn an, Arschlecken“ gleich eine Nordrhein-Westfalen-Tour an. Unterstützung gibt es an diesem Abend von der Band Zwakkelmann, deren Musik so abseits des Mainstream ist, man benötigt mehrere Metaphern zur Definition des Genres. Nur um sie dann doch irgendwo bei den ‘Sixties-Punk-Rock-Hardcore-Schlagern‘ einzuordnen, wenn man ihren gelisteten Inspirationen glauben darf. Macht aber nichts, solange es gut klingt und was hermacht und das tun Zwakkelmanns Songs auf jeden Fall.

Schüttorf. Eisenpimmel – Asis mit Niveau. Obwohl sie es niemals zugeben würden, ist die Duisburger Band EISENPIMMEL ein wichtiges Urgestein der deutschen Punk-Szene. Nachdem sich EISENPIMMEL bereits Mitte der 80er Jahre gründeten, in jenem Jahrzehnt aber gerade einmal zwei Konzerte spielten, änderte sich die Strategie der Band, um von einer größeren Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, zehn Jahre später radikal. Nun spielten sie gar keine Konzerte mehr, dafür erschienen die ersten Platten. Erst 2005 traten EISENPIMMEL wieder live auf, allerdings lag zu diesem Zeitpunkt ihre letzte Studioplatte „Sexmaschinen tanken Super“ bereits fünf Jahre zurück. Nun ist mit „Füße hoch, Fernsehn an, Arschlecken“ tatsächlich ein neues Album der Band erschienen. Die vollmundige Ankündigung aus dem Presseinfo, dass für das Jahr 2016 eine Nordrhein-Westfalen-Tournee geplant sei, verstehe ich daher einfach mal als Witz, aber sicher bin ich mir nicht.
Zwakkelmann (Schlaffke Wolff – Ex-Schließmuskel) schreibt kurze, sparwitzige Songs (selten über drei Minuten) mit einfachen, deutschsprachigen Reimen zwischen Tragik & Komik. Er mag schlichte, geradlinige Lieder mit melancholischem oder humoristischem Touch. Orientiert sich größtenteils immer noch an den großen Helden der Popmusik (vor allem 60er Jahre), wie zum Beispiel den Beach Boys, den Kinks oder den Beatles. Zwakkelmann hasst Fusion-, Bombast- und Schnauzrock. Er kann aber netter Popmusik durchaus mal was abgewinnen. Zwakkelmann hat `n Faible für Durchdreher und Einzelkämpfer, beispielsweise sind so obskure Typen wie Hasil Adkins oder der Legendary Stardust Cowboy dafür verantwortlich, dass er Mut zur Peinlichkeit bewies und anfing, solo lozulegen. Zu schlechter Letzt war of course Punkrock die wichtigste Initialzündung für die Geburt eines Grobmotorikers vom Schlage Zwakkelmann. Zwakkelmann, das ist leckerer Minirock mit schicken Melodeien, gepaart mit Pop-Punk-Beat-Anleihen. Oder Sixties-Punk-Rock-Hardcore-Schlager at it`s best.
Wem also Farin Urlaub zu evil ist und Funny van Dannen zu akustisch, den bittet Zwakkelmann hiermit zu Tisch.
Samstag, 22.10.2016, 20:00 Uhr
Vorverkaufspreis: 9,50€; Abendkasse: 12,50€

Jugendzentrum Komplex
Mauerstraße 56
48465 Schüttorf
Tel.: 05923/9605-11
www.komplex-schuettorf.de

 

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