[STADTSCHÜTZENFEST] “Das Schützenfest startet jetzt”

vlnr: Holger Walles (Kaptitän der Jungen), Dennis Schröder, Philipp Hasebrock, Hermann-Josef Veenker (Kapitän der Alten) Foto: ©Albrecht Dennemann

Mit einem ersten Pressetermin gaben die Kapitäne der “Alten” Hermann Josef Veenker und der “Jungen” Holger Walles am Mittwoch den Startschuss für das Bad Bentheimer Stadtschützenfest Anfang September. Zumindest offiziell, denn die Bogengemeinschaften sind schon fleißig dabei und auch die Offiziere planen schon seit langem, damit diese 434jährige Tradition fortgesetzt wird.

Alte Schützen-Bibel bis 1937 Foto: ©Albrecht Dennemann
Alte Schützen-Bibel bis 1937 Foto: ©Albrecht Dennemann

Bad Bentheim. In die Burg luden die Schützen zum Pressegespräch ein. Wie kann es auch anders sein, schließlich sollten sie doch in vergangenen Zeiten auch diese Wehranlage verteidigen. Militärisch ist zwar nur der Anschein, doch auch für die friedvolle Feier bedarf es Strategie und Planung. 2011 war das letzte Stadtschützenfest und seit dem regiert König Heinz-Gerd Jürriens nicht nur als erster Stadtrat mit Königin Frauke Berends. Seit knapp zwei Jahren planen die Offiziere das alle fünf bis sieben Jahre stattfindende Fest. Fünf kann – sieben muss. Am Anfang steht eine Einladung des Kapitäns der Jungen, der unverheirateten Bentheimer an seine Kameraden. Im Kreise der 14 Offiziere wird erörtert, ob der Feierwille in der Bevölkerung wieder vorhanden ist. Es wird also quasi der “Feierpuls” gemessen. Das überraschende Ergebnis dieses Pulsnehmens lautete: Es soll wieder gefeiert werden! Mitglied in diesem Kreis wird man nicht einfach so – Kandidaten werden ausgewählt und werden gefragt. Bewerben kann man sich nicht und muss auch einen Eid auf die Schützenbibel ablegen. So verhält es sich auch bei den ebenfalls 14 Kameraden des Offizierskorps der “Alten”, der verheirateten. Gemeinsam organisieren sie das Fest und tragen auch das Risiko. Festzelt, Bands und viele weitere Dinge gilt es zu buchen und zu organisieren. ein nicht ganz unerheblicher finanzieller Aufwand, der durch den Verkauf von “Lötken” und “Rosetten”, Eintrittsgelder, Getränkeverkauf und Sponsoring gedeckt werden soll und muss.

Lötken 2017 Foto: ©Albrecht Dennemann
Lötken 2017 Foto: ©Albrecht Dennemann

“Das Schützenfest startet jetzt und die Festwoche vom 2. bis 10. September ist der Höhepunkt. Wir organisieren das Fest für die Bürgerinnen und Bürger. Eigentlich ist es das Fest der Bürger”, betont Hermann Josef Veenker, Kapitän der Alten. Es ist auch sonst einiges anders als bei anderen Schützenfesten. Mit Kauf eines “Lötkens” wird man Schütze und erwirbt auch die Berechtigung beim Königsschießen mitzumachen. Frauen bleibt dieses Recht verwehrt. Aber “Lötken” und die “Rosette” für die Frauen sind die Eintrittskarte für alle Veranstaltungen der Festwoche. Das diesjährige Lötkenmotiv wurden in einem Wettbewerb ermittelt und zeigt den Pulverturm und einen Nachtwächter. In den kommenden Wochen werden dies bleiernen Eintrittskarten auf dem Herrenberg öffentlich gegossen und dann verkauft. Schon seit ein paar Wochen sind die über 40 Bogengemeinschaften aktiv, planen und basteln bereits an ihren “Bögen”, die nicht immer ein kleines Bauwerk sein müssen.

Foto: ©Albrecht Dennemann
Foto: ©Albrecht Dennemann

Am Mittwoch stand das Festprogramm im Fokus. Mit unterschiedlichen Veranstaltungen und Aktionen – eigentlich ist der Ablauf von Alters her festgelegt – wird die Festwoche gestaltet. Umzüge, Platzkonzerte, Tanz, Herrenabend, Königinnentee, Familiennachmittag, Festball und zum Abschluss natürlich ein großer Zapfenstreich. Spielmannszüge der Region, aber auch “The Band of the Island of Jersey” ist mit dabei. Für die Tanzveranstaltungen wurden hochkarätige Bands gebucht und für den Jugendabend auch entsprechende DJs. Auftreten wird dort  die Coldplay-Tribute-Band “Goldplay-Live” und die auch überregional bekannten DJs Rafik, Crack-T und DJ Josh. DJ Rafik ist ein weltweit anerkannter Turntable-Producer aus Düsseldorf und DJ Crack-T wurde als einziger deutscher Künstler in das legendäre “Supreme Team” aufgenommen. Einige “Acts” würden aber noch geheim gehalten.
Die Emanzipation konnte das Bad Bentheimer Stadtschützenfest noch nicht erobern. Der Vorschlag den aus ihrer Sicht “antiquierten “Königinnentee” zu modernisieren, mochten die Offiziere noch nicht aufgreifen. Ebenso nicht, dass auch Frauen beim Königsschießen mitmachen dürfen. Immer wieder sollen es jedoch als Männer verkleidete Frauen versucht haben, sich beim “Herrenabend” einzuschmuggeln – andersherum ist dies nicht bekannt. Dafür sind die Frauen auf dem Bentheimer Thron deutlich überrepräsentiert: Ein König, eine Königin und vier Ehrendamen – ein Verhältnis von eins zu fünf. Mit der Übergabe der

Foto: ©Albrecht Dennemann
Foto: ©Albrecht Dennemann

Insignien aus den Händen von Bürgermeister Dr. Volker Pannen an die Offizierskorps am 4. August beginnt die “heiße Phase”. Die Fahnen, Becher, Königskette lagern in den Jahren zwischen den Festen im Bentheimer Rathaus. Bis dahin werkeln die Bogengemeinschaften und die “Lötken” werden an vier Terminen gegossen – 16. Juni, 21. Juni, 28. Juni und 30. Juni.
Inzwischen liegen an vielen Orten die Flyer zum Schützenfest aus und weitere Informationen verspricht die Homepage www.stadtschuetzenfest.de

 

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