Volles Haus beim Band-Abend im Komplex

„Kove“ Foto: © Albrecht Dennemann

Ein volles Haus bescherte der Band-Abend der Musik Akademie Obergrafschaft (MAO) dem Jugend- und Kulturzentrum Komplex am Freitagabend. Fünf Band-Projekte und Top-Act Tim Edler boten bei freiem Eintritt eine breite Palette von Pop, Rock bis hin zu SingerSongwriter.

„Kove“ Foto: © Albrecht Dennemann

Schüttorf/Bentheim. Kein “dröges” Musikschulvorspiel, sondern richtige Konzertatmosphäre war am Freitagabend in der Teestube des Komplex angesagt. Die Obergrafschafter Formationen “Band ohne Namen”, “Kove”, “Whatever”, “The Leavers” und “Stainless” präsentierten sich einem sehr bunt gemischten Publikum. Eltern, Geschwister, Freunde und Interessierte drängten sich vor der Bühne. Und blieben auch nach den Auftritten ihrer “Stars”, was in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall war. Sicherlich auch, um Tim Edler, den ehemaligen Lehrer der MAO zu erleben, der inzwischen in der Stadt die es eigentlich nicht gibt (Bielefeld) lebt. Gecoached, also begleitet und beraten werden die Bands von Paul Duwe unter dem Dach der MAO. Die drei Bands „Whatever“, „The Leavers“ und „Stainless“ werden vom Landkreis Grafschaft Bentheim als Bandprojekte finanziell unterstützt. Für den rechten Ton und das Licht bei dem Konzert sorgten Karsten Ochs, Frieder Heckmann und Wilhelm Bischoff vom Komplex. Insgesamt also eine Unterstützung, von der Bands in der Vergangenheit sicherlich geträumt hätten.

Band ohne Namen Foto: © Albrecht Dennemann

Die “Band ohne Namen” mit Marco Jensch, Florian Kröner, Moritz Wand, Jörgen Poelmann eröffnete mit den Songs “Chicago”, Stressed Out” und “Seven Nation Army” – allerdings ohne den verhinderten Schlagzeuger Jannis de Vries, der von Markus Garritsen vertreten wurde. Sichtlich angespannt, aber dennoch sauber zeigten  die fünf Nachwuchsmusiker, was sie schon drauf haben.
Etwas mehr “Bühnenerfahrung” haben “Kove“, da die Konfirmandenband als Kooperationsprojekt mit der ev.-ref. Kirche in Gildehaus schon ein paar Auftritte absolviert hatte. Von Laura Bertolotti, Olivier Lacina, Solveigh Nordholt, Luca Schulte-Siering  war auch mit “Wir sind groß” und “Näher” neben “Bautiful Things” auch etwas mit deutschen Texten zu hören. Eigentlich gehören noch zwei weitere Mitglieder zur Band, weshalb MAO-Leiter Bodo Wolff am Piano begleitete. Whatever“ mit Ana-Lena Völlmecke, Sophia Kubon, Emilie Horstmeier, Maximilian Kracke, Robbin Schulte-Westenberg und wiederum Bodo Wolff, aber diesmal am Bass, gaben sich international mit “Au Revoir”, “Man in the Mirror” und “Holding me Back”.

„The Leavers“ Jana Schüttmann Foto: © Albrecht Dennemann

Irgendwann wächst auch eine Band aus dem geschützten Rahmen der MAO heraus und das dürfte bei “The Leavers” so der Fall sein, so dass der Name Programm sein kann. Besonders bei der sehr erfahrenen Jana Schütmann, aber auch bei ihren Mitstreitern Markus Garritsen, Torben Eickmann, Sebastian Degen war deutlich mehr Routine und Souveränität zu spüren. Leicht härtere Vorlagen wie “Nothing else matters”, “Ironic”, “Stressed Out” und “Aint Nobody” wurden gekonnt performed, aber auch moderiert, was bei den vorangegangenen Bands immer etwas zu kurz kam.
Aber auch „Stainless“ kann auf erfahrenes “Personal” wie Laura Küpker, Liselotte Huizinga, Lisa Kocksch, Paula Jung, Nils Peter Stonjek zurückgreifen. Popigere Sounds wieValerie”, “Set fire to the rain”, “This world”, “Listen to your heart” und “What about us” gaben sie zum Besten.
Wohin das alles führen kann, zeigte dann Tim Edler mit Songs aus seinem aktuellen Album “Reise”. Am Piano begleitete sich der SingerSongwriter und sorgte bei den Gästen für Begeisterung.

Foto: © Albrecht Dennemann

Ein Programm das Hoffnung macht, dass es weiterhin Bands geben kann. Wohlgemerkt: kann! Denn der Trend der Musikkonsumgewohnheiten geht doch eher in Richtung elektronische Musik. Man mag es bedauern, doch dem ist nun einmal so. Möglicherweise muss sich die MAO zukünftig auch solchen musikalischen Ausdrucksformen widmen um einem umfassenden Angebot gerecht zu werden. Möglicherweise, aber nicht zwingend. Bezeichnend ist allerdings schon, dass Rock, Pop und SingerSongwriter inzwischen im engeren Kulturbegriff angekommen ist und nicht als “Schmuddelware” oder gar “Hottentottenmusik” begriffen wird. Und das zu Recht. Denn auch Rock- und Pop-Musik haben einen enormen Einfluss auf die Menschen und nicht nur als Soundtrack der Erinnerungen. Somit ist das Engagement der MAO für diese Projekte und die Förderung durch den Landkreis als lobenswert heraus zu stellen! Gut, selbst bei Schützenfesten sind inzwischen DJ´s gefragter als Bands, doch darum geht es nicht. Musik bildet und nicht nur das Gehör, sondern hat erheblich größeren Einfluss auf den Menschen als man meinen könnte.
Mit dem Komplex steht dem Bandabend auch immer ein hervorragender Rahmen und vor allem technische Unterstützung zur Seite. Wiederum ein Beleg dafür, wie wichtig solch eine Einrichtung nicht nur für Schüttorf, sondern für die gesamte Obergrafschaft ist. Mit Friedbert Troll war auch ein Schüttorfer Ratsmitglied und stellvertretender Bürgermeister unter den Gästen und unterstrich mit seiner Anwesenheit die Bedeutung des Komplex für die Gemeinde. 

[GALERIE] 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.